Fennec Pre-Alpha: Firefox für Android zum Download als Testversion

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Der Firefox landet endlich auf Smartphones mit Android-Betriebssystem! Mit der ersten Pre-Alpha-Version von Fennec kann man nun auch auf dem Samsung Galaxy S, dem HTC Desire und den anderen Handys auf Basis von Googles Betriebssystem Android den Fuchs nutzen. Das LoadBlog schaute genauer hin: Die erste Version bringt einige viel versprechende Funktionen mit, hat aber noch viele Ecken und Kanten.

Fennec: Das kann der mobile Firefox unter Android

fennec: Tagesschau.de

Mozillas Fennec-Browser: Beim Schieben der Webseite nach rechts erreicht man die Tabverwaltung

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Nachdem bereits eine stabile Version von Fennec für Nokias Maemo-Plattform und eine Beta für Windows Mobile vorliegt, hat Mozilla nun ein erste Prä-Alphaversion von Fennec auch für Android vorgelegt. Herausstellungsmerkmale gegenüber anderen Browsern, die für Android verfügbar sind, ist die übersichtliche Anordnung wichtiger Menüelemente in Seitenleisten, die verfügbar sind, wenn man die gerade angezeigte Seite horizontal verschiebt. Links sieht man die momentan geöffneten Tabs und kann diese schnell per Thumbnail aufrufen oder schließen. Rechts findet man die Vor- und Zurück-Schaltflächen sowie das Sternchen zum schnellen Bookmarken einer Seite und einer Schaltfläche für die Einstellungen (Bild rechts).

Des weiteren bringt Fennec Firefox Sync mit. Damit kann man seinen Verlauf, gespeicherte Passwörter und Formulardaten über das Web synchronisieren. Zudem ist ein bereits funktionierendes Add-on-System intergriert. Auch in anderer Hinsicht bietet der Fennec-Firefox unter Android eine Menge Funktionen. So kann bereits ab Werk HTML-Seiten als PDF-Datei speichern.

Trotz all der guten Idee und Funktionen raten wir jedoch zu dem in Android bereits integrierten Browser oder einer der zahlreichen Alternativen (Opera Mini, Dolphin Browser HD, Skyfire). Warum?

Fennec-Fail: Warum man den Android-Firefox (noch) nicht benutzen kann

Fennec ist technisch noch in keinster Weise ausgereift. Natürlich – es handelt sich um eine Prä-Alpha-Version. Jedoch sollte bereits in einem frühen Stadium der Entwicklung die Kernkompetenz eines Webbrowsers geachtet werden: Die Darstellung von Webseiten. Und das funktioniert in der derzeitigen Fennec-Fassung so gut wie überhaupt nicht. Seiten laden elend lange, werden zum Teil überhaupt nicht dargestellt. So führte ein Aufruf der Startseite von LoadBlog.de zu folgendem Ergebnis: Ein Absturz von Fennec insgesamt, eine völlig fehlerhafte Darstellung (überwiegend Weißfläche) und eine fehlerhafte Darstellung mit Absturz beim Wechseln vom Landscape- in den normalen Modus.

fennec-loadblog

Das LoadBlog in Fennec. Oder auch nicht.

Nun könnte man argumentieren, dass die möglicherweise miserable Seitengestaltung des LoadBlog Fennec in die Knie zwingt. Aber in jedem anderen mobilen Browser wird unsere Seite mehr oder weniger richtig angezeigt. Fennec hingegen Probleme bei der Darstellung fast aller Seiten. So wird sogar beim Herunterscrollen auf der Mozilla-Seite Content doppelt angezeigt.

Fennec: Mozilla.org

Grafikfehler bei der Darstellung von Mozilla.org

Und auch in anderen Pflichtdisziplinen eines mobilen Browsers versagt Fennec: Der Browser benötigt unangemessen lange zum Start und belegt bereits nach kurzer Zeit bereits Dutzende MB des auf Smartphones chronisch knappen Arbeitsspeichers (in unserem test nach wenigen Minuten und zwei offenen Tabs bereits 45 MB). Das Font-Rendering besitzt entweder gar kein oder ein sehr schlechtes Anti-Aliasing, das heißt im herausgezoomten Zustand ist Schrift meist unlesbar. Das Hineinzoomen mit einer Zweifinger-Touch-Geste reagiert nur mit mehreren Sekunden Verzögerung, gleiches gilt für einen Wechsel der Bildschirmausrichtung.

fennec tagesschau.de

Verpixelte Schriften garantieren Unlesbarkeit auf kleinen Handy-Bildschirmen

Alles in allem können wir dem Fennec-Firefox unter Android derzeit nur das Attest “mangelhaft” ausstellen. Möglicherweise läuft die Software auf einem Nokia-Handy besser, aber in die Android-Variante muss noch viel Arbeit investiert werden, ehe eine grundsätzliche Benutzbarkeit gewährleistet ist. Die Programmierer wären besser beraten, die Rendering-Engine stärker auf mobile Geräte anzupassen, ehe sie zusätzliche Gimmicks wie das Speichern von PDF-Dateien einbauen. Ansonsten kann diesen Browser kein Mensch gebrauchen.

Kostenloser Download: Fennec 2.0 Pre-Alpha (Android)
Seite vom Handy-Browser aus aufrufen oder QR-Code scannen


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