Forderung an die GEMA: Schafft endlich Ausnahmen für die eigene Musik!

Peer Göbel
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Vorneweg: Ich halte die GEMA für eine sinnvolle Institution. Sie hinkt allerdings den Realitäten hinterher und könnte einiges an Unterstützung gewinnen, wenn sie sich auf die veränderte Musikkultur einstellen würde. Meine Forderung: Schafft endlich eine Ausnahmeregelung für Künstler, die die eigenen Werke aufführen oder verbreiten.

Das Prinzip der GEMA ist eigentlich super. Wenn meine Musik im Radio gespielt wird, kriege ich ein paar Cent. Wenn jemand einen Song von mir covert und damit in die Charts rauscht, werde ich daran beteiligt. Wenn meine Kompositionen live gespielt werden, kriege ich zusätzliches Geld.

Das führt aber in der Realität oft zu absurden Konstellationen: Wenn ich auf meiner eigenen Homepage ein MP3 von mir zum kostenlosen Download anbiete, muss ich dafür Gebühren an die GEMA zahlen – von denen ich als Urheber im Idealfall etwa 90% nach etwa einem Jahr zurück bekomme. Wenn ich CDs mit meiner eigenen Musik pressen lasse, genauso. Wenn ich ein Konzert selbst veranstalte und nur meine Musik dort spiele, muss ich ebenfalls für mich selbst an die GEMA zahlen und dann darauf warten, dass ich weniger zurückbekomme.

Just like Buddy Holly

Warum die GEMA das so macht, liegt natürlich an ihrer Entstehungszeit, die eben deutlich vor den Beatles und Buddy Holly liegt – eine Zeit, als Komponisten und Interpreten nichts miteinander zu tun hatten. Als Werke von Komponisten – seien es Sinfonien, Operetten, Schlager oder Rock’n’Roll – ohne ihr Wissen und Zutun sonstwo gespielt und produziert wurden.

Da war es eine große Errungenschaft des Berufsstands Komponist/Textdichter (ja, so heißt das offiziell), dass eine Gesellschaft Geld für sie einsammelte, wann immer ihre Werke ein-, ab- oder live gespielt wurden – im Konzert, im Radio oder auf Schallplatte. Die GEMA-Gebühren zahlen die Leute und Institutionen, die Geld mit der Verwendung der Musik verdienen, also die Konzertveranstalter, die Fernseh- und Radiosender, die Plattenfirmen.

Freifahrt-Schein für eigene Musik

Das sieht heute in vielen Fällen anders aus. Viele Komponisten spielen ihre Musik selbst live, produzieren ihre CDs selbst, stellen ihre Musik auf die eigene Website.

Für solche Fälle wäre es einfach und auch praktikabel, statt einer GEMA-Liste mit den gespielten Liedern eine Versicherung einzureichen, dass der Urheber der gespielten Musik selbst die Aufführung veranstaltet, die CD presst oder die Webseite betreibt – und auf die Gebühren durch die GEMA verzichtet.

Das ist natürlich nur ein kleines Stück vom Kuchen GEMA – für die Stringenz lasse ich es mal bei diesem Gedanken, obwohl es zur Veränderung der Musikkultur und wie die GEMA darauf reagieren könnte sicher noch mehr zu sagen gäbe. Die Forderung hier hätte man auch gut vor 10-15 Jahren so stellen können.

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