Foxconn: Alles beim alten

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Eigentlich hat der Hardwarezulieferer Foxconn nach einer Selbstmordserie unter Mitarbeitern Besserung gelobt, was die Arbeitsbedingungen angeht. Offenbar hat sich bislang aber kaum etwas getan, Angestellte arbeiten nach wie vor unter widrigen Bedingungen.

Der chinesichen Zeitung Global Times liegen Auszüge einer Studie vor, an der insgesamt 40 Lehrkräfte und Studenten von 20 chinesischen und taiwanesischen Universitäten beteiligt waren. 14 von ihnen gelang es Zugang zu den Foxconn-Fabrikanlagen in Shenzhen, Kunshan, Taiyuan, Wuhan und Shanghai zu bekommen und zu erleben, wie mit den Mitarbeitern umgegangen wird. In den ersten Monaten machte Foxconn mit Meldungen über gehäufte Selbstmorde unter den Mitarbeitern von sich reden.

Das Unternehmen, das unter anderem für Dell, Apple oder Nintendo Hardware fertigt, gelobte, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Es sollte Lohnerhöhungen geben, außerdem wurde die Belegschaft teilweise an neue und heimatnähere Arbeitsplätze verlegt. Die Lohnerhöhungen sollen jedoch recht gering ausgefallen und dafür andere Zusatzleistungen gestrichen worden sein. Der Gutachterreport, der noch veröffenlicht werden muss, deckt noch zahlreiche weitere Mängel auf. So werden vor allem Werksstudenten, die in einigen Fabriken die Hälfte der Arbeiter ausmachen, regelrecht ausgebeutet, da sie keine Arbeitsverträge erhalten und zu Überstunden und Nachtschichten gezwungen werden. Auch bei Arbeitsunfällen dürfen sich dem Report nach nicht auf Hilfe des Arbeitgebers verlassen.

Das Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitskontrolle spielt laut Gutachten keine große Rolle (selbst wenn man die berüchtigten Auffangnetze, die Suizidgefährdete aufhalten sollen, dazu zählt). Auch kommt es demnach immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen seitens des Werkschutzes. Die Kommunikation der Mitarbeiter ist stark eingeschränkt, Mitarbeiter verschiedener Abteilungen dürfen nicht miteinander reden.

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