Foxconn entfernt Sicherheitsnetze und hebt die Moral

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Rund ein Vierteljahr, nachdem Hardwarehersteller Foxconn durch eine Serie von Selbstmorden von Mitarbeitern für Schlagzeilen sorgte, scheint Ruhe einzukehren. Sicherheitsnetze werden entfernt und Arbeitsstätten werden in Wohnortnähe verlegt. Der Aktienkurs erholt sich.

Foxconn stellt Hardware für zahlreiche große Elektronikkonzerne her. Apples iPods werden dort ebenso produziert wie Spielkonsolen für Sony und Nintendo oder Computer für Dell. Von Mai an sorgte das Unternehmen für Schlagzeilen, weil sich seit Jahresbeginn die Selbstmorde von Mitarbeitern häuften. Bis dato starben in diesem Jahr 10 Mitarbeiter, mindestens 12 weitere haben versucht, sich das Leben zu nehmen.

Laut Bloomberg scheint derzeit etwas Normalität einzukehren. Viele Arbeitsplätze wurden weiter ins Zentrum Chinas oder in den Norden verlegt. Hier leben die Familien vieler Mitarbeiter, so dass diese mehr Rückhalt haben. In diesen Fabriken werden nun nach und nach die Sicherheitsnetze entfernt. Die meisten Mitarbeiter nahmen sich das Leben, in dem sie sich von hohen Stockwerken des Betriebsgeländes stürzten. Als weitere Maßnahme wurden die Löhne der meisten Mitarbeiter verdoppelt. Außerdem werden regelmäßig Zusammenkünfte abgehalten, die die Moral heben sollen. Die Mitarbeiter sollen durch die Moralkundgebungen das Gefühl erhalten, nicht alleine zu sein.

Ob die Maßnahmen von Erfolg gekrönt sind, wird sich wohl erst langfristig zeigen. Zuletzt kam am 4. August eine Frau ums Leben, wobei unklar ist, ob dies durch Selbstmord geschah. Der Aktienkurs erholt sich dennoch. Fiel der Kurs zwischen Mai und und Juni um 20 %, konnten seit dem 8. Juni 17 % wieder zurückgewonnen werden. An diesem Tag wurde bekanntgegeben, dass man mehr auf Automatisierung setzen möchte, um so die Abhängigkeit von menschlicher Arbeit einzudämmen.

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