Foxconn beklagt Selbstmordwelle

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Der Technologiekonzern Foxconn hat in den letzten Wochen mit einer massiven Zunahme von Selbstmorden zu kämpfen. Jetzt kam wieder ein 21-jähriger Mitarbeiter ums Leben. Alleine in den vergangenen 3 Wochen kam es zu ca. 30 Selbstmordversuchen.

Foxconn hat seinen Hauptsitz in Taiwan und fertigt unter anderem die Apple-Produkte iPhone und iPad. Auch andere Branchengrößen wie Nintendo oder Sony werden beliefert. In den letzten Wochen und Monaten kam es jedoch vermehrt zu Selbstmorden unter den Mitarbeitern. Der telegraph berichtet von 9 Selbstmorden seit Jahresbeginn. Erst letzten Dienstag hat sich eine 24-jährige Mitarbeiterin von einem hohen Gebäude gestürzt. Am Samstag wurde ein 21-jähriger Mann tot aufgefunden. Auch er stürzte sich von einem Gebäude und wies außerdem Verletzungen von einem Messer auf, das man bei ihm fand. Auch wenn der Fall noch nicht offiziell als Selbstmord deklariert wurde, ist von einem weiteren Fall auszugehen.

Tragisch ist, dass diese Zahlen zunächst einmal nicht ungewöhnlich sind. Im chinesischen Industriepark Longhua der Stadt Shenzhen, in dem auch Foxconn ansässig ist, arbeiten über 400.000 Menschen. Die Selbstmordrate ist dort ungewöhnlich hoch. Doch die jüngste Veröffentlichung des Konzerns, dass alleine in den vergangenen 3 Wochen über 30 Selbstmordversuche verhindert werden konnten, ist eine alarmierende Nachricht. Telegraph-Kolumnist Malcom Moore spricht von einem "suicide cluster", zu deutsch etwa "Selbstmordwelle". Durch einzelne Vorfälle werden besonders in halbwegs homogenen Gruppen die Effekte verstärkt, die zu einer solchen Tat verleiten. Auffällig ist, dass die meisten Mitarbeiter relativ jung waren (unter 25) und weniger als 6 Monate im Konzern arbeiteten.

Bei Foxconn ist man ratlos. Man habe sogar einen buddhistischen Mönch engagiert, der die bösen Geister aus den Fabrikhallen vertreiben soll. Es dürfte eher anzunehmen sein, dass der extrem hohe Arbeitsdruck in Verbindung mit den niedrigen Gehältern eine Wirkung auf die Tragödie hat. Mit dem durchschnittlichen Einkommen können sich Mitarbeiter jedenfalls kein iPhone leisten, welches sie herstellen.

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