Beim taiwanesischen Hardware-Hersteller Foxconn liegt offensichtlich einiges im Argen. Der Konzern, der unter anderem Zulieferer für Apple, Dell und HP ist, musste gestern einen Webseitenhack hinnehmen, bei dem auf die sich häufenden Selbstmorde  hingewiesen wurde. Alleine in diesem Jahr haben sich bereits acht Foxconn-Mitarbeiter in der Fabrik im chinesischen Shenzhen das Leben genommen, dutzende weitere versuchten selbiges.

Gründe für die Selbstmordrate bei Foxconn liegen offensichtlich in den Arbeitsbedingungen. Der Sydney Morning Herald zitiert Arbeiter, die von 12-Stunden-Schichten an sechs Tagen in der Woche berichten. Aufseher würden Arbeiter zurechtweisen, die sich während der Arbeitszeit unterhielten, ein monatliches Gehalt, inklusive Überstunden, beliefe sich auf 300 US-Dollar. Foxconn bestreitet die Vorwürfe. Der Konzern betreibe "keine Blut- und Schweiß-Fabriken"

Um die Selbstmorde einzudämmen, greift der Konzern nun zu neuen Mitteln: Sicherheitsnetze werden am Fuß der Fabrikgebäude installiert, da die meisten Selbstmorde durch einen Sprung vom Fabrikdach durchgeführt wurden. Zudem bewachten Sicherheitskräfte nun die Dächer. Foxconn-Mitarbeiter müssen in einem Brief schriftlich zusichern, sich
nicht umzubringen und sich um medizinische Hilfe zu kümmern oder einem Aufseher Bescheid zu geben, wenn Sie Schwierigkeiten oder Frustration verspürten. In diesem Brief müsse ein Gelöbnis unterschrieben werden, laut dem der Arbeiter verspricht, weder sich selbst noch andere "auf extreme Weise zu schaden".

Auf einer Foxconn-Website wurde von einem Hacker indes eine sarkastische Jobanzeige eingestellt. Die von Shanghaiist.com übersetzte Anzeige lautet:

Foxconn – Wir stellen ein

Fühlst du dich heute nicht gut? Möchtest du nicht mehr weiterleben?
Willst du wissen, wie es sich anfühlt von Chinas einzigartigem
Selbstmord-Gebäude zu springen? Foxconn bietet dir das ideale Umfeld für
diesen Sprung. Vielfältige Gründe gewährleisten letztlich einen Sprung
pro Woche. Umfangreiche Berichterstattung in der Presse garantiert, dass
dein Name zigtausend Meilen herumkommt. Worauf wartest du? Nimm den
Hörer ab und rufe Foxconn an.

Sei der wahnsinnige 12. Springer. Du schaffst das.

Bewerbungs-Hotline: 514514514

By: Xiaokai

Die Zahlenkombination "514" klinge auf chinesisch wie "Ich will sterben".

Ob das Gelöbnis, die Sicherheitsnetze oder die Geister vertreibenden buddhistischen Mönche Erfolg haben, die Selbstmordrate unter den Foxconn-Arbeitern zu verringern,. darf getrost bezweifelt werden. Vielmehr könnte eine Verbesserung der allgemeinen Arbeitsbedingungen einen mildernden Einfluss auf die überwiegend negative Publicity haben, unter der der Foxconn-Konzern nun schon seit mehreren Wochen leidet.

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