Freelish.us: Open Source-Alternative zu Delicious

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Um Yahoos Bookmarking-Dienst Delicious ist es in den vergangenen Tagen ein wenig still geworden. Zwar gab es vor einigen Wochen Gerüchte, dass der Verkauf unmittelbar bevorstehe, doch noch verrichtet die Seite ohne zu Murren ihren Dienst – die kolportierte Verkaufssumme von gerade einmal 2 Millionen Dollar schien angesichts des nach wie vor ausgezeichneten Rufs vielleicht doch arg niedrig. Dennoch kann es nicht schaden, sich schon einmal nach Alternativen umzusehen. Freelish.us hat dabei dank des Open Source-Ansatzes die besten Chancen auf Zukunftssicherheit.

Wer braucht eigentlich noch einen Microblogging- bzw. Social-Bookmark-Dienst? Es gibt doch schon so viele. Stimmt. Aber wenige überzeugen vom Start weg so sehr wie Freelish.us. Klar, Soup.io hat das sympathischste Publikum, aber eben auch eine legendär knapp bemessende Serverkapazität und einen Schwerpunkt auf den polnischen Markt, so dass man die Hälfte der Einträge nicht versteht. Tumblr wiederum ist zwar extrem populär, aber vor lauter Retrofotografien mit Poesiesprüchen in Helvetica mittlerweile so mainstream, dass es keinen Spaß mehr macht.

Freelish.us hingegen kann zumindest derzeit noch einen absoluten Underground-Bonus für sich verbuchen: Meine wenige Stunden alte Benutzer-ID liegt noch im dreistelligen Bereich mit Luft nach oben. Darüber hinaus bietet der Dienst einige Features, die andere Mitbewerber vermissen lassen und vor allem den Aspekt Personalisierung hervorheben. So lässt sich das persönliche Profil individueller gestalten. Neben einem Avatar kann man auch gleich eine Kurzbiographie hinzufügen oder einen Standort, der via Karte eingeblendet wird. Das Menü wirkt dabei sehr viel aufgeräumter als bei den Alternativen, leicht lässt sich zwischen der Startseite, Replies, Favoriten, der In- und der Outbox oder auch abonnierten Gruppen hin- und herschalten. Zusätzlich gibt es am rechten Rand noch ein paar Statistiken zum eigenen Postverhalten. Wie gehabt lassen sich die Feeds anderer Nutzer abonnieren, um so neben der öffentlichen Zeitleiste einen Überblick über deren Einträge zu erhalten. Deren Posts lassen sich natürlich in den eigenen Feed übertragen oder favorisieren, auch eine Antwortmöglichkeit gibt es.

Die Farbe lässt sich bei einer eigenen Installation natürlich noch konfigurieren.

Der eigentliche Clou steckt jedoch unter der Motorhaube: Freelish.us ist Open Source und steht unter der Creative Commons 3.0-Lizenz. Verantwortlich für Freelish.us zeichnet sich die Open Source-Gemeinde, die sich auch um Status.net kümmert, eine Business-orientierte Twitter-Alternative. Folgerichtig basiert der Dienst technisch auch auf Status.net 0.9.7. Durch den Open Source-Ansatz ist man jedoch nicht auf deren Serverinstallation angewiesen (die jedoch zumindest noch zu diesem Zeitpunkt sehr rund läuft), sondern kann die Software bei sich selbst installieren. Dadurch ist Freelish.us zukunftssicher und vor Downtimes gefeit. Abgesehen davon lässt sich das Design natürlich den eigenen Bedürfnissen anpassen, auch an den Funktionen lässt sich schrauben. Dabei soll in Zukunft dafür gesorgt werden, dass es einen Modus gibt, der einen Dienst Marke Eigenbau kompatibel zum Gesamtnetzwerk hält.

Abgerundet wird der Freelish.us von der Möglichkeit, seine Lesezeichen-Datei von Delicious zu importieren sowie ein Bookmarklet zu aktivieren, um Links direkt an Freelish.us senden zu können.

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Freelish.us
Microblogging auf Open Source-Basis

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