Die Gedanken sind nicht länger frei: In den USA verlangt der Onlineauftritt einer Zeitung künftig eine einmalige Gebühr von 99 Cent für das Verfassen von Kommentaren. Dabei geht es vor allem um den Erhalt der Umgangsformen, meint der Verleger.

Der eigentliche Clou an der Schutzgebühr von knapp einem Dollar ist demnach auch nicht die finanzielle Hürde. Vielmehr wird der Betrag per Kreditkarte eingezogen, wodurch der Verlag an die Daten des Absenders kommt. Und: genau diese Daten, zumindest Name und Wohnort, erscheinen dann auch als Nutzername bei den Kommentaren.

Damit führt die US-Zeitung The Sun Chronicle genau das ein, woran Spielehersteller Blizzard erst vor wenigen Tagen gescheitert ist: einen Realnamenszwang für die Kommunikation der Nutzer. Verleger Oreste P. D’Aconte möchte so in der Vergangenheit aufgetretene "Exzesse" im Umgang der Nutzer untereinander eindämmen. Darunter "Nichtbeachtung unserer Verhaltensrichtlinien, blinde Anschuldigungen und unbegründete Behauptungen."

Wie diese neue Richtlinie angenommen wird, ist nicht bekannt. Der Schritt, von Nutzern den Klarnamen zu verlangen, zog nach Blizzards Versuch vor wenigen Tagen massive Proteste nach sich, so dass hiervon Abstand genommen wurde. Bei der Sun Chronicle handelt es sich um eine lokale Zeitung der Stadt Attleboro in Massachusetts. Ein genereller Trend der Medienbranche zum Klarnamenszwang lässt sich nach diesen beiden Fällen derzeit nicht ableiten.

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