GEE zum Glück doch nicht eingestellt: Das Games-Magazin zukünftig seltener, sowie auf iPad und Android (Update)

Peer Göbel
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//Update 11.9.2012: GEE ist doch nicht endgültig eingestellt. Stattdessen erscheint es in einem anderen Format noch vier Mal im Jahr als Printausgabe. Das freut uns. Hier folgt der ursprüngliche Text vom 5.5.2011:// Traurig, traurig: Das beste deutschsprachige Printmagazin für Computerspiele, GEE, streicht die Segel – zumindest bei der gedruckten Ausgabe. Die letzte Nummer, die jetzt an den Kiosken liegt, ist nur noch eine Art Best-of mit 100 Seiten Highlights und 30 Seiten aktuellen Inhalten. Weitergehen soll es nur noch als App.

GEE zum Glück doch nicht eingestellt: Das Games-Magazin zukünftig seltener, sowie auf iPad und Android (Update)

gee 2010
GEE war in den letzten Jahren oft mein Begleiter, wenn ich mich in der U-Bahn oder auf Reisen perfekt entspannen wollte. Selbst wenn ich den Großteil der Konsolen nicht zur Verfügung habe und so die meisten besprochenen Games gar nicht spielen konnte, hier machte es einfach Spaß, über neue Spiele zu lesen, Interviews mit alten Helden, Insider-Storys aus den Produktionen, ernsthafte und begeisterte Beschäftigung mit Games-Kultur. Oder seien es nur die regelmäßigen drei Super-Mario-Gimmicks pro Ausgabe, die sorgfältige Spiele-Vorschau, die Würdigung von Pixel-Kunstwerken. Das Lesen war über weite Strecken ein Genuss.

Nun ist Schluss damit. Quasi über Nacht erschien nicht das neue regelmäßige Heft Ende April, sondern leicht verspätet Anfang Mai nur noch eine Art Best-of mit kleinem aktuellen Anteil. Das Heft soll zukünftig als App für iPad und Android-Tablets angeboten werden, was nur ein leidlicher Ersatz ist.

GEE, but it’s lonely

gee 2003
Die erste Ausgabe, November 2003

GEE startete 2003 mit dem Untertitel “Games, Entertainment, Education”, der 2007 in “Love for Games” geändert wurde. Es folgten 60 Hefte, die immer wieder Spiele-Begeisterung ausstrahlten. Eigentlich komisch, dass GEE in der Online-Welt nie so richtig zündete, die Webpage schien immer etwas stiefmütterlich behandelt, dabei war der Ansatz zumindest in der deutschen Spiele-Magazin-Landschaft einzigartig. Auch zum Ende des Print-Heftes gibt es auf der GEE-Seite nur einen kleinen, ungenauen Blog-Eintrag.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Einstellung der gedruckten Ausgabe kein größeres Medienecho auslöste. Zockwork Orange schrieb einen schönen persönlichen Rückblick auf 8 Jahre GEE, auf Grind that Authority gibt es einen vereinzelten Nachruf, in diversen Foren wird diskutiert – aber nicht einmal Spiegel Online berichtete darüber, die ja sogar eine Medienpartnerschaft mit GEE haben.

Vielleicht war meine/die Wahrnehmung von GEE auch größer als das wirkliche Kaufinteresse, woran das Magazin nun gescheitert ist. Was ich mir jetzt in den Bahnhofsbuchhandlungen kaufen soll, weiß ich noch nicht. Ein Hochglanz-Jubel-Games-Magazin kann den Hunger nach Geschichten jedenfalls nicht stillen.

Was bleibt?

Was bleibt? Online gibt es das GEE-Heft-Archiv, wo einige der besten Features und Stories nachgelesen werden können. Lohnt sich. Die liefert für 1,59€ zumindest noch News und Besprechungen zu iPhone- und iPod-touch-Games. Die Versionen für iPad und Android lassen noch auf sich warten. Immerhin sind noch “mehrmals im Jahr” einzelne gedruckte Sonderausgaben geplant. Mit einer Träne im Knopfloch sage ich danke.

Auf der Facebook-Seite von GEE darf noch weiter diskutiert werden.

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