Google ändert die Anmelderegeln – Profile bei Google+ und Google Mail werden Pflicht

Google will die Nutzer weiter in seinen Bann ziehen. Wer einen Account beim Netzgiganten erstellen möchte, muss nun mit deutlich mehr Informationen rausrücken als bisher. Denn ein Konto beim Netzgiganten gibt es ab jetzt nur noch automatisch inklusive Google+ und Google Mail-Account. 

Mehr Informationen bitte!

Google spielt seine Rolle als Alpha-Tier im Netz weiter aus. Wollte man bisher ein Nutzer-Konto beim großen G erstellen, konnte man sich aussuchen, welche angebotenen Dienste aus dem Google-Katalog man nutzen möchte – und welche nicht. Der Anmeldeprozess wurde nun allerdings völlig umgekrempelt – und ist jetzt sehr viel personenbezogener und informationshungriger.
Bisher reichte eine gültige Mailadresse – mehr brauchte der Nutzer eigentlich nicht, um sich einen Google-Account zu besorgen. Damit ist nun Schluss. Denn Google macht aus allen neu angemeldeten Usern auch automatisch Besitzer eines Google Mail-Kontos und eines Google+Profils – ob sie das nun wollen oder nicht. Das erfordert die Eingabe von mehr User-Informationen. Neben dem Geburtsdatum und dem Geschlecht möchte Google in Zukunft bei der Anmeldung auch den Wohnort und eine Telefonnummer wissen.

Datenkrake setzt auf Suchoptimierung

Paranoide Zeitgenossen mögen bei solchen Entwicklungen bereits wieder Zeter und Mordio schreien und die Datenkrake Google auf dem nächsten Schritt zur Weltherrschaft sehen, die konkreten Anlässe für diese Schritte sind erst einmal pragmatisch: Das Unternehmen hat vor kurzem einen neuen Suchalgorithmus vorgestellt. Dieser vernetzt die neue Google-Suche sehr eng mit Google+, denn die Angaben in dem sozialen Netzwerk möchte die Suchmaschine in Zukunft nutzen, um Suchergebnisse für die User präziser zu personalisieren. Vergebe ich als Google+ User ein “+1″ auf einer Website, fließt das in zukünftige Suchergebnisse mit ein, diese Website wird in Zukunft also bei entsprechenden Suchanfragen in den Ergebnissen besser platziert.

Natürlich ist dieser Schritt auch eine Strategie des Netzgiganten, die Nutzerzahlen des hauseigenen sozialen Netzwerks weiter in die Höhe zu treiben. Zwar liefen die ersten Monate von Google+ durchaus zufriedenstellend, im Netz-Mainstream hat sich Google+ allerdings bisher nicht völlig durchsetzen können. Ein “Facebook-Killer” ist die Plattform bisher keineswegs, eher eine Anlaufstelle für die gut verknüpften Netz-Bohemians, denen Facebook zu schrill und gewöhnlich geworden ist oder die ohnehin beides gleichzeitig nutzen. Ob man seine Plattform dadurch beliebter machen kann, dass man die User zur Anmeldung zwingt, das werden wohl die nächsten Wochen und Monate zeigen.

Neue Artikel von GIGA SOFTWARE

GIGA Marktplatz