Google Art Project: Street View fürs Museum gestartet

Holger Blessenohl
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Google Art Project
Gerade hat Google das umstrittene Street View fertig im Netz, aber deshalb stehen die Kameras noch lange nicht untätig rum. Google hat gleich die nächste Idee, was man mit den Street-View-Kameras noch so machen könnte. Und diesmal wird wirklich keiner dagegen sein. Oder?

Google Art Project nennt sich ein neues von Google angestoßenes Projekt mit Web-Kunst bzw. Kunst im Internet. Dafür wurden die Street-View-Kameras von den Autos abmontiert und diesmal durch Museen gefahren. Das Ergebnis kann man jetzt auf der Website www.googleartproject.com sehen. Google beginnt das Art Project mit zunächst 17 Museen aus aller Welt, allesamt Hochkaräter. Die Uffizien in Florenz sind ebenso dabei wie das MoMA in New York oder Tate Britain aus London. Deutschland ist mit der Alten Nationalgalerie und der Gemäldegalerie vertreten, beide aus Berlin. Natürlich fehlen auch reihenweise Top-Museen. So sind weder der Prado in Madrid noch der Louvre in Paris oder das Kunsthistorische Museum in Wien dabei, um nur mal ein paar Namen zu nennen.

Screenshot Google Art Project
Ein Kurztest begeistert dennoch sofort: Man kann wie bei Street View alle Museen vollständig durchwandern, rechts gibt es eine Navigation, auf der man sich das Stockwerk auswählen kann (das mühsame virtuelle Treppensteigen entfällt also). Findet man ein interessantes Bild, kann man von der Street View-3D-Ansicht in die zweidimensionale Bildansicht wechseln. Hier sind die Bilder wirklich hochaufgelöst, selbst beim Vergrößern bleiben die Bilder scharf, es sind selbst Risse genau zu erkennen. Dazu gibt es – wieder rechts in der Navigation – zahlreiche Zusatzinfos zum Maler und zum Bild.

Wie beim originalen Street View sind auch hier einige Bilder verpixelt. Da dürften Lizenzprobleme vorliegen. Auf meinem testweisen Kurzdurchgang durch vier Museen habe ich aber kein verpixeltes Bild gesehen. Störend ist das also wirklich nicht. Auffallend ist aber ein deutliches Schwergewicht auf Alte Malerei bis hin zur beginnenden Moderne. Zeitgenössische Kunst scheint völlig zu fehlen. Auch hier dürften rechtliche Probleme eine Rolle spielen. Auf der anderen Seite muss man abwarten, wie sich das Projekt weiterentwickelt. Vielleicht treten bei Erfolg auch einige Museen mit zeitgenössischer Kunst oder auch andere als nur Kunstmuseen dem Projekt bei. Zu wünschen wäre es Googles Art Project.

Virtueller Museumsrundgang in Googles Art Project.

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