Google Drive – Google Docs wird zur Online-Festplatte

Holger Blessenohl

Erst gestern hatte Microsoft sein neues Skydrive vorgestellt, da legt Konkurrent Google schon nach und veröffentlicht seine eigene Version einer Online-Festplatte. Das Google Drive gibt es als Apps für Windows, Mac oder Android-Geräte (iPhone und iPad sollen schnell folgen), fünf GB Speicherplatz sind kostenlos dabei.

So wie Microsoft beim Skydrive auf das bereits länger bestehende Live zurückgegriffen hat, ist auch das Google Drive eigentlich nur eine Weiterentwicklung der schon seit langem existierenden Google Docs, die nun vollständig in das Google Drive integriert werden. Ansonsten hat sich Google selbstverständlich vor allem an der Branchengröße Dropbox orientiert. Im Klartext heißt das: Einfaches Dateimanagement mittels eigenem Google Drive-Ordner und automatische Synchronisierung aller Dateien, die sich im Ordner befinden, über alle Endgeräte hinweg.

Auch das Geschäftsmodell weicht von dem der Konkurrenz prinzipiell nicht ab. Die ersten fünf GB Datenspeicher sind kostenlos, weiteren muss man monatsweise anmieten. Microsofts Skydrive bietet etwas mehr (sieben GB), Dropbox bis jetzt noch weniger (zwei GB), muss aber möglicherweise sein Angebot bald anpassen, wenn sich höhere kostenlose Speichermengen durchsetzen sollten.

Es ist allerdings keineswegs so, dass Google mit seinem neuen Drive einfach nur andere erfolgreiche Projekte kopieren würde, das Google Drive bietet mindestens zwei interessante Features, die es bei der Konkurrenz (noch) nicht gibt. Zum einen kann man dank der Google Docs-Integration Dateien nicht nur für mehrere Personen freigeben, man kann sogar an diesen in Echtzeit mit mehreren Bearbeitern Änderungen vornehmen lassen. Dieses Feature dürfte für Unternehmen und Projektgruppen sehr interessant sein, man muss jedoch abwarten, wie es in der Praxis aussieht, wenn einzelne Bearbeiter zeitweise offline weiterarbeiten. Das zweite Feature des Google Drive ist die Fähigkeit der Online-Festplatte, Text sogar in Bildern zu erkennen und zum Beispiel für bessere Suchergebnisse zu nutzen.

Bis jetzt ist der Dienst nur für einige wenige User aktivierbar. Die weitaus meisten Nutzer der Google-Dienste müssen sich noch gedulden und auf eine Warteliste setzen lassen, bis Google ihnen einen Link zur Aktivierung des Google Drive schickt. Ob man selbst schon auf das Google Drive zugreifen kann, kann man hier sehen: Google Drive Startseite.

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Unter Windows einen Google Drive-Ordner einrichten

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Der Google Cloud-Speicher für Smartphones und Tablets

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