Google I/O: So macht Google Apple Konkurrenz

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Brimborium und High Life in Tüten: In San Francisco veranstaltete Google die hauseigene Entwicklerkonferenz Google I/O und die Webgemeinde steht Kopf. Die Innovationen fingen bei bei Android 2.2 an und hören bei WebM noch lange nicht auf. Ein Aspekt steht jedoch über allen Entwicklungen bei Googles Entwicklerkonferenz: Google geht auf Konfrontationskurs zu Apple. Ein Kommentar.

Endlich hat die Technikwelt ein in Sachen Eventcharakter ebenbürtiges Ereignis zu den von Steve Jobs gehaltenen Apple-Keynotes gefunden. War vor wenigen Jahren klar, dass die Antonyme in der Technikwelt Apple und Microsoft heißen, macht Google nun massiv Front gegen Apple und dringt in immer mehr Domänen des weißen Riesen aus Cupertino vor.

  • Google eröffnet einen webbasierten iTunes-Klon für Android.
  • Handys werden dank dem Speed-Boost durch Android 2.2 “Froyo” immer besser und enthalten mittlerweile alle Features, die Apples iPhone ehedem gegenüber anderen Smartphones heraushoben.
  • Google TV ist nicht nur der ernsthafteste Versuch bisher, das Web auf den TV-Bildschirm zu bringen, sondern gleichzeitig ein öffentliches Verspotten von Apple, deren Apple TV weder beliebt noch technisch sonderlich innovativ war.
  • Googles WebM-Codec führt die gesamte Apple vs. Flash-Debatte ad absurdum. Selten wurde in so kurzer Zeit ein neuer Standard von so vielen Browserherstellern (und sogar von Adobe) abgenickt – mit Ausnahme von Apple.

Steve Jobs zeigt sich derweil einsilbig-zerknirscht und findet, dass WebM bestimmt irgendwie auch vielleicht Patente verletzt. Googles Vic Gundotra weiß dann auch mehr oder weniger subtil gegen Apple zu agitieren. Und das zurecht. Im Vergleich zu Google, einer Firma, die offene Technologien und Open Source umarmt, wirkt Apple mittlerweile wie ein stocksteifer Innovationsverweigerer. Am deutlichsten wird das in Sachen Handy-Betriebssysteme. Während man für sein iPhone nach Jahren immer noch kein Hintergrundbild einstellen kann, ist es mit Android-Handys möglich, an so ziemlich jeder Stellschraube des Betriebssystems zu drehen. Wie gesagt, es ist möglich – aber man muss es nicht. Diese Wahlfreiheit ist es, die Android auszeichnet, während Apple argumentiert, dass man die Grenzen eines Systems eng und geschlossen halten, so als ob man den Nutzer vor sich selbst beschützen müsse. Selbstverständlich hat auch das iPhone nach wie vor seine Berechtigung, aber in Zukunft muss man sich entscheiden zwischen der Offenheit und Variabilität eines Android-Handys und dem Designfaktor eines iPhone, das den Nutzer jedoch in der Tendenz als dummes Schaf begreift.

Von dieser Wahlfreiheit werden die Smartphone-Nutzer auf lange Sicht profitieren: Er hat mehr Auswahl, durch den anhaltenden Wettbewerb zwischen den Firmen kommen immer bessere Produkte auf den Markt. Aber Google bzw. dessen Hardwarepartner – allen voran der Technologie-Shootingstar HTC – haben immer noch einiges aufzuholen, nämlich das Design und die Haptik der Apple-Produkte. Man stelle sich ein Handy mit Apple-Design und einem gut funktionierenden Android-Betriebssystem vor und erhält das Traumgerät der nächsten Handygeneration. Immerhin: Seit gestern ist dieser Traum in greifbare Nähe gerückt.

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