Google: Hausdurchsuchung in Südkorea

Frank Ritter

Google hat sich mit der WLAN-Erfassung im Zuge der Kartographie für “Street View” keine Freunde gemacht, weltweit hagelte es Protest und Kritik, insbesondere an den versehentlichen Mitschnitten unverschlüsselter WLAN-Daten. In Südkorea hat die Polizei Büros von Google durchsucht, um genauere Informationen zu den erlangten Daten zu sammeln.

Das so genannte Cyber Terror Response Center der Korean National Police Agency vermutete nach internationalen Berichten, dass Google WLAN-Daten mitgeschnitten hätte, was Google nicht abstreitet. Aus diesem Grund wurden heute die Google-Büros in Seoul durchsucht und aufgezeichnete WLAN-Daten konfisziert. In einer Stellungnahme gab die Behörde an, man wolle anhand der Daten untersuchen, ob Google mit der Aufzeichnung der Daten nationale Kommunikations- und Datenschutzgesetze gebrochen habe. Im weiteren Wortlaut nimmt die Erklärung das Ergebnis vorweg: “Wir wollen versuchen, alle über Haus-WLAN-Netze illegal gesammelten und gespeicherten Original-Daten über die Google-Zentrale zu erlangen”.

Google war einstweilen zu keiner Stellungnahme bereit. Die harsche Methode der Polizei ist mutmaßlich erklärbar durch die Tatsache, dass sich Google in Hongkong weigerte, die gesammelten Daten herauszugeben – paradoxerweise aus Datenschutzgründen.

Street View ist der 2006 eingeführte Dienst, über den Google Maps-Nutzer von einer Stadtplan- oder Satellitenkarte auf Straßenebene herunterzoomen können und eine Stadt beinahe auf Kopfhöhe erforschen können. Gesichter und Autokennzeichen werden unkenntlich gemacht. In Deutschland regte sich gegen Street View enormer Protest von Datenschützern, nach einem Kompromiss mit den Behörden will Google jedoch Street View noch dieses Jahr an den Start bringen.

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