Google Street View: 1. deutsche Gemeinde online

Die 7300-Einwohner Marktgemeinde Oberstaufen im Oberallgäu freut sich darüber, als erster Ort Deutschlands im Google-Dienst Street View gezeigt zu werden. Noch vor Städten wie Berlin, Köln und Wuppertal kann man nun virtuell durch die Straßen des Kurortes fahren. Erste verpixelte Häuser sind dabei auch zu begutachten. Weitere Städte sollen in den nächsten 14 Tagen folgen.

Der Kurort Oberstaufen erhielt in den vergangenen Wochen viel Medienaufmerksamkeit. Das lag weniger daran, dass es sich bei dem Ort um ein beliebtes Reisezielhandelte, sondern eher an dem erfolgreichen Medien-Coup der Oberstaufener Tourismusmanagerin Silvia Barber. Durch die kontroverse Diskussion über den Start des Dienstes in Deutschland angeregt, knipste sie eine Torte mit der Aufschrift “Street View – Willkommen in Oberstaufen” und stellte dieses Bild auf ihre Facebook-Seite.

Der Internetkonzern ging auf den Bürgermeister Walter Grath zu und erkor das Städtchen zur ersten Street View-Gemeinde aus.

Am heutigen Dienstag wurde um 10:30 Uhr ganz offiziell eine symbolische Hochzeit gefeiert. Gemeinsam mit Google-Sprecher Kay Oberbeck wurde im Staufner Kurpark die Hochzeitstorte angeschnitten und zeitgleich per Knopfdruck der Ort Oberstaufen für Street-View freigegeben. Bürgermeister Grath gab an, Street View sei ein „Werbeeffekt, den man nicht in Euro und Cent messen kann“.

Offenbar empfindet das nicht jeder Bewohner von Oberstaufen so: Einige Häuser sind bereits anonymisiert und mit einer Art Milchglaseffekt versehen – ein Zugeständnis von Google an deutsche Datenschützer.

In den kommenden 14 Tagen sollen nach und nach die 20 größten Städte und Gemeinden per Street View verfügbar gemacht werden. Dies sind im einzelnen Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal. Bereits jetzt kann man einzelne Orte und Sehenswürdigkeiten in Street View betrachten, so etwa die Allianz-Arena in München, die auch von innen “begehbar” ist und das Bundeskanzleramt in Berlin.

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