Google Street View: In Brasilien mit morbiden Ansichten

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Bislang brachte Brasilien Google durchaus Glück: Es ist so ziemlich das einzige Land der Welt, in dem Googles soziales Netzwerk Orkut Erfolge vorweisen kann. Doch der dort letzte Woche gestartete Dienst Google Street View bringt die weniger schönen Seiten der südamerikanischen Nation ans Licht. Dazu gehören auch Leichen auf der Straße.

In Deutschland startete das Magazin der Süddeutschen Zeitung vor einiger Zeit einen Selbstversuch und gab sich als Team von Google Street View aus. Ergebnis: Obwohl es hierzlande wahrlich wenig Aufregendes zu fotografieren gibt, ernteten die Journalisten überwiegend Misstrauen und Argwohn. Unbehelligt blieb man ausgerechnet von Polizeistreifen. Diese kümmerten sich auch in Bralisien wenig um die schwarzen Opel-Geländewagen mit den klobigen Kameras auf dem Dach, sondern hatten anderweitig zu tun.

The Register berichtet, dass die Wagen wiederholt an Stellen vorbeifuhren, an denen umgekommende Menschen lagen, die gerade versorgt wurden. Diese Aufnahmen wurden nicht etwa herausgefiltert, sondern landeten umgehend im Kartenverzeichnis, welches letzte Woche an den Start ging. Nutzer hätten diese schon kurze Zeit später entdeckt, denn in Brasilien wurden überwiegend dicht besiedelte Gebiete abgefahren.

Dabei sparten die Google Street View-Teams die Favelas, die ärmlichen Hüttensiedlungen am Rande der Stadt, aus. Offiziell, weil die Wege dort nicht befahrbar waren. Einige Aufnahmen von Brasiliens Google Street View gibt es auf The Register.

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