Google trennt sich von zahlreichen Flops

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Google hat eine breite Palette an Produkten, von denen längst nicht alle gut laufen. Nun entledigt sich das Unternehmen von seinem Ballast. Um einige dieser Angebote ist es wirklich schade.

Nach dem Tod von Steve Jobs selig wurde Google-Chef Larry Page des öfteren gefragt, ob er Anekdoten von seinen Treffen mit Apples Mastermind zu erzählen habe. Legendär ist die Geschichte, in der Jobs Page unvermittelt eine SMS mit dem Hinweis schrieb, dass ein Buchstabe im Google-Logo einen falschen Farbton habe. So war er eben. Es gab jedoch noch einen weiteren Ratschlag, der sich nun als sehr viel folgenreicher für das Unternehmen Google erweist. Er lautete: Trenne dich von allem Unnötigen und konzentriere dich auf wenige Produkte.

Unter der Regie von Eric Schmidt wuchs Google in den letzten Jahren zum wichtigsten Internetunternehmen überhaupt. Im Frühjahr hat nun Gründer Larry Page das Zepter erneut in die Hand genommen, und seitdem hat sich das Auftreten Googles merklich verändert. Da die Schwerpunkte nun andere sind und der Internetriese ein etwas behäbiger Dampfer geworden ist, fällt das Auge auf die Produkte, die nie wirklich abgehoben sind. In einem Blogpost (dem nunmehr dritten in kurzer Folge) erklärt Google nun, welche Dienste in den kommenden Monaten endgültig abgeschaltet werden.

Wirklich schade ist es um Google Wave. Der Dienst zum kollaborativen Arbeiten wurde seinerzeit ziemlich gehyped und als Ablöse für die Email gehandelt, war jedoch nie ein großer Erfolg. Wir haben Wave in der Redaktion lange zum Abstimmen unserer Themen genutzt und haben es für sehr praktisch empfunden. Indes, das Ende ist nicht überraschend. Die aktive Weiterentwicklung wurde bereits vor einem Jahr eingestellt und man wunderte sich schon länger, warum die Server überhaupt noch laufen. Am 31.01.2012 werden sie nun abgeschaltet. Freundlicherweise hat Google den Code (der ohnehin überwiegend aus freiem Code zusammengesetzt war) freigegeben. Alternativen sind beispielsweise Apache Wave oder walkaround, welches den Import von Google Waves erlaubt.

A propos Code, von Programmierern wird wohl Googles Code Search vermisst werden. Dies war eine Suchmaschine zum Auffinden von Open Source-Software, die nun zur Mitte des Januars abgeschaltet wird.

Als Wikipedia-Killer wurde seinerheit Knol gepriesen, eine Wissensdatenbank, an der jeder mitarbeiten konnte – mit dem Fernziel, dass man seine Artikel zu Geld machen könne. Das hat leider nie funktioniert, weswegen Knol im April ebenfalls das Zeitliche segnet. Der Code lebt in Annotum weiter, welches die Idee fortführen soll und zu WordPress gehört.

Googles Friend Connect hätte werden können, was das Facebook-Plugin für zahlreiche Webseiten ist: ein zentraler Ersatz der klassischen Kommentarspalte. Stattdessen will sich Google auf Google+ konzentrieren und ermutigt Seitenbetreiber, lieben einen Link zu ihrer Google+-Unternehmensseite zu setzen. Nunja.

Andere einzustellende und eher unwichtige Programme sind zum Beispiel RE kleiner C, mit dem die Gemeinschaft erneuerbare Engergie billiger gestalten sollte oder die Browsererweiterung Google Gears.

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