Google und Verizon für Netzneutralität - aber nicht im Mobilbereich

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Google und Verizon haben sich darauf verständigt, für die Netzneutralität im “alten”, kabelgebundenen Internet einzustehen. Im mobilen Bereich gelten jedoch andere Regeln, denen man sich anpassen müsse.

Google und der amerikanische Netzanbieter Verizon haben eine gemeinsame Erklärung abgegeben, in der sie die Rolle des Internets und auch der Netzneutralität als ungemein wichtig für die Entwicklung der letzten Jahrzehnte sehen. Deswegen möchte man verstärkt für die Offenheit der Netze, in der alle Daten von den Providern gleich behandelt werden, eintreten und auch neue Gesetzesinitiativen der amerikanischen Telekommunikationsaufsicht Federal Communications Commision (FCC) unterstützen.

Jedoch: Im mobilen Sektor sieht es nach Ansicht beider Konzerne anders aus. Die Kapazitäten sind im vergleichsweise jungen Netz viel zu knapp und von zahlreichen Anbietern umkämpft. Daher sprechen sich die Unternehmen dafür aus, Prioritäten beim Datenverkehr zuzulassen. So sollen Provider die Möglichkeit haben, bestimmte Dienste bevorzugt anzubieten. Als Beispiel werden Bildungsmöglichkeiten oder medizinische Dienste genannt. Im Wesentlichen soll es aber den Konzernen überlassen bleiben. Langfristig werden wohl zumindest bei Verizon Google-Dienste schneller durchgeleitet werden als andere Seiten. Immerhin spricht man sich dafür aus, diese Vorgänge transparent zu machen, so dass für den Kunden einsehbar ist, welcher Provider welche Dienste bevorzugt. Nun muss noch die FCC mitspielen, die nicht ohne Grund in der Erklärung umschwärmt wird.

Die Pläne von Google und Verizon rufen größtenteils Kritik hervor. Zahlreiche Menschen werfen den Unternehmen vor, die Netzneutralität aufkündigen zu wollen. Eine Art Zwei-Klassen-Internet wird befürchtet, bei dem das kabelgebundene Netz immer unwichtiger wird und den mittellosen Contentanbietern überlassen bleibt. Dadurch würden auch Investitionen in dieses Netz ausbleiben.

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