Googles Ärger mit Twitter: Echtzeitsuche abgeschaltet

Philipp Süßmann
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Vor einigen Tagen verschwand die Echtzeitsuche von Google auf einmal unter mysteriösen Umständen. Jetzt stellt sich heraus, warum: Zwischen Google und Twitter ist der Vertrag ausgelaufen, worauf Google die Echtzeitsuche abgeschaltet hat. Was steckt dahinter?

Das Ende einer Partnerschaft

Google hat seine Echtzeitsuche am vergangenen Wochenende abgeschaltet. Der Grund: Google hat nicht länger Zugriff auf Twitters komplette Daten. Google und Twitter hatten im Oktober 2009 einen Vertrag geschlossen, der es dem Suchgiganten erlaubte, in Echtzeit auf neue Tweets zuzugreifen. Damit ausgerüstet hatte Google  seine Echtzeitsuche gestartet, die es erlaubte, in Echtzeit neue Tweets und andere Updates anzuzeigen. Doch damit ist jetzt wohl erstmal Schluss, am 2. Juli lief der Vertrag zwischen Google und Twitter aus – offensichtlich ohne verlängert zu werden. Twitter war zwar nicht der einzige Bestandteil der Google Realtime Search, der Dienst hatte unter anderem auch Zugriff auf Statusupdates von Facebook, Google Buzz Posts und Myspace Updates. Aber Tweets machten den mit Abstand größten Teil der verwendeten Echtzeitupdates aus und das offenbar in einem derart großen Ausmaß, dass Google nach dem Wegfall des Twitter-Contents den Dienst lieber gleich komplett abgeschalten hat.

War das liebe Geld Schuld?

Das soll aber zumindest laut Google selbst nicht so bleiben. Die Echtzeitsuche soll wieder zurückkommen, obwohl der Konzern noch nicht verraten wollte, wann. Auch Twitter äußerte sich zu dem Vorfall: Man habe mit Google gut zusammengearbeitet und tue das auch weiter in anderen Bereichen. Deals für Echtzeitsuchen gebe es weiterhin unter anderem mit Microsoft und Yahoo! Von Googles Seite aus klang der Kommentar in Bezug auf Twitter auch auffällig diplomatisch: “Twitter war für fast zwei Jahre ein wertvoller Partner und wir stehen zukünftiger Zusammenarbeit offen gegenüber.”

Das klingt alles sehr danach, als ob man die Zusammenarbeit zwar gerne weitergeführt hätte, sich aber einfach nicht einig werden konnte. Und so etwas hat ja in 90 Prozent der Fälle mit Geld zu tun. Heftigeren Angriffen scheinen jedenfalls beide Seiten aus dem Weg gehen zu wollen.

Vielleicht ist das alles nur ein großes Säbelrasseln und die beiden Firmen werden sich doch noch einig. Wir bleiben für euch am Ball! Inzwischen könnt ihr euch bei uns über das neueste Google-Produkt, das soziale Netzwerk Google+ informieren. Dortige Statusupdates werden in Zukunft wohl auch bei der Google Realtime Search zum Einsatz kommen, auch das hat Google bereits angekündigt.

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