HDMI: Verbraucherschutz beklagt Kabelfrust unter dem Tannenbaum

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Das beste Bildsignal an einem Fernseher neuerer Generation erhält man ganz klar mit einem HDMI-Kabel. Lieder liegt dieses eher selten Geräten wie Set Top Boxen, Spielkonsolen oder BluRay-Playern bei, wie die Verbaucherzentrale NRW moniert.

Wer sich an Heilig Abend über eine Playstation 3, einen neuen BluRay-Player oder auch einen digitalen Satreceiver freut, will auf seinem LCD- oder Plasma-TV natürlich auch sofort das beste HD-Bild genießen. Am besten ist dafür eine volldigitale Übertragung via High Definition Multimedia Interface (HDMI) geeignet. Sofern man kein videophiler Perfektionist ist, der auf goldummantelte Anschlüsse besteht, ist solch ein Kabel im Einzelhandel schon für 10 Euro zu haben. Dennoch sparen viele Hersteller bei der Auslieferung ihrer Geräte ausgerechnet hieran, so dass es unter zahlreichen Tannenbäumen zu verschwommenen Bildern kommen dürfte – und zwar nicht, weil die Augen vor weihnachtlicher Rührung tränen.

Die Verbraucherzentrale NRW hat sich die Verpackungsinhalte von 10 Elektronikherstellern einmal genauer angesehen und moniert die fehlenden Kabel. Den meisten liegt ein einfaches SCART- oder AV-Kabel bei. Eine kuriose Konstellation stellt dabei zum Beispiel der BluRay-Player BDP 7500 von Philips dar. Diesem liegt zwar ein HDMI-Kabel bei. Das Nachfolgermodell jedoch, der BDP 7500/2, wird mit einem AV-Kabel ausgeliefert.

Kritisiert wird auch die mangelnde Konsistenz bei den Verpackungshinweisen. So liegt zumindest der Gruppe der Kabelreceiver tatsächlich zumeist ein HDMI-Kabel bei. Beim Hersteller Topfield zum Beispiel wird darauf jedoch nirgendwo hingewiesen. Die Verbraucherzentrale gibt den Tipp, vor dem Kauf online das Datenblatt einzusehen, sofern dies möglich ist. Die Firmen selbst geben unisoso den Hinweis, dass das Kabel nicht enthalten ist, sofern dies nicht auf der Verpackung vermerkt ist.

7 von 10 Herstellern verzichten mittlerweile grundsätzlich auf die Dreingabe des HDMI-Kabels. Sony-Sprecher Gerrit Gericke begründet dies damit, dass mittlerweile “nahezu jeder Haushalt ein solches Kabel” besitze, was einigermaßen gewagt erscheint. Dass jedoch wohl tatsächlich jeder Haushalt über diverse SCART- und AV-Kabel verfügt, dürfte unstrittig sein. Das Fazit der Verbraucherzentrale NRW lautet dann auch passenderweise: “Da erscheint die Cent-Beigabe so sinnig wie eine Badehose für den Weihnachtsmann.”

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