Industrie vs. Filehoster: Das Imperium schlägt (weiter) zurück

Philipp Süßmann

Megaupload war erst der Anfang. Die Content-Industrie bläst weiter zum Angriff auf Filehoster und andere Online-Speicherdienste. Auf einer internationalen Konferenz wurden vor kurzem die Top 5 Cyberschurken benannt. Steht der nächste Schlag gegen die Filehoster-Branche unmittelbar bevor?

Die Jagd hat gerade erst begonnen

Normalerweise ist das Auftauchen an einer Chartspitze ein Grund zur Freude, vor allem in der hart umkämpften Online-Branche. Über das Erscheinen in dieser Top 5 dürften allerdings die genannten Firmen eher weniger begeistert sein. Die Dienste Putlocker, Wupload, Depositfiles, FileServe und MediaFire dürfen sich jetzt mit dem Vorwurf schmücken, die 5 größten “Rogue Cyberlockers” (Gauner-Cyberlocker) zu sein.
Ausgestreckt wurde dieser anklagende Zeigefinger von Alfred Perry, seines Zeichens Vizepräsident für die Abteilung “Content-Protection” beim Filmstudio Paramount Pictures. Die fünf Seiten würden zusammen 44 Millionen PageViews pro Jahr erreichen. Und das natürlich hauptsächlich mit der illegalen Weitergabe von Raubkopien. Raupkopien von Produkten der Film- und Musikindustrie.

Liste im Kill Bill-Style

Die will weiterhin Blut sehen, wie man an der von Perry auf der Konferenz “On Copyright” präsentierten Grafik zur Schurken-Top5 sehen kann: Dort ist neben den Logos FileServe, MediaFire, Putlocker, Wupload und Depositfiles auch das Logo von Megaupload zu sehen – allerdings durchgestrichen. Megaupload-Mastermind Kim Schmitz steht weiterhin unter Hausarrest und kämpft momentan vor Gericht für sein Recht, das Internet nutzen zu dürfen.

Der Zorn der Content-Industrie scheint angesichts der Details, die über die Geschäfte der Filehoster, mittlerweile bekannt werden, verständlich. Die Betreiber dieser Seiten verdienen sich, wie seit dem Megaupload-Fall bekannt ist, mit ihren Diensten eine goldene Nase – durch Inhalte, für die sie selbst keine Kosten tragen. Auch der Fall kino.to zeigt das gerade sehr deutlich.

Laut Aussage der Motion Picture Association of America (MPAA) und der Recording Industry Association of America (RIAA), werden etliche der Top-Cyberlocker-Dienste von kriminellen Vereinigungen geführt und sind Teil einer größeren kriminellen Unternehmung.

Inwiefern die Industrie konkrete juristische Schritte gegen einen der Anbieter plant, ist noch nicht bekannt. Aber die nächsten Gegner sind immerhin schon namentlich genannt worden. Als Betreiber einer der 5 Schurkendienste sollte man sich also schnell mit dem Anwalt beraten, oder sich gleich auf die Cayman-Inseln absetzen.

Denn die Anwälte der Industrie arbeiten mit Sicherheit schon am nächsten großen Schlag.

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