Intel: Volle CPU-Leistung nur gegen Aufpreis

Frank Ritter

Intel wird kreativ und weitet das Shareware-Prinzip auf Prozessoren aus: Manche Modelle erhalten nur dann ihre volle Leistungskapazität, wenn man sie für 50 US-$ freischaltet.

Wie electronista.com berichtet, haben einige in Fertig-PCs verbaute Intel-Pentium-G6951-CPUs einen Verkaufs-Flyer beigelegt, auf dem angeboten wird, dass man gegen eine Gebühr von 50 US-$ Funktionen wie Hyperthreading und einen um 1 MB erhöhten Level 3-Cache aktivieren kann. Dazu ist die Eingabe einer PIN und der Download einer Upgrade-Software von Intels Website notwendig.

Intel musste für diesen Schritt, auch wenn es sich nur um einen auf die USA, Spanien, die Niederlande und Kanada beschränkten Pilotversuch handelt, enorme Kritik einstecken. Kritiker sehen darin eine Gängelung des Kunden. Künstlich eingeschränkte Hardware, die nur gegen Aufpreis und Software-Update voll funktionsfähig wird ist noch ein vergleichsweise neues Konzept. Apple verkaufte MacBooks, deren WLAN nur gegen einen zusätzlichen Geldbetrag n-Standard funkte, Creative verkaufte OnBoard-Soundchips, die lediglich für einen Aufpreis den Live!-Standard voll unterstützten.

Von den Herstellern von CPUs und GPUs ist ebenfalls bekannt, dass sie die Leistungsfähigkeit mancher Komponenten künstlich einschränken, das geschah aber – abgesehen von den Serversparten – immer um fehlende Produktionsmargen im Low-Budget-Bereich zu kompensieren und nicht als Marketinginstrument. Für Käufer ergab sich dadurch der erwünschte Nebeneffekt, dass sie etwa mit Software oder Bleistiftstrichen viel mehr aus ihrer Hardware herausholen konnten. Mutmaßlich wird das jedoch auch mit den neuen künstlich eingeschränkten Intel-CPUs funktionieren – es wäre zumindest verwunderlich, wenn nicht schon jetzt Cracker daran säßen, den “offiziellen” Freischaltungsprozess zu emulieren.

Neue Artikel von GIGA SOFTWARE

GIGA Marktplatz