Intel Sandy Bridge Chipsatz mit Bug behaftet

Shu On Kwok

Ach du meine Güte! Es ist wieder soweit und der Chipgigant muss öffentlich einen Design-Fehler im neuen Chipsatz für die Sandy Bridge CPUs bekannt geben. Die Auslieferung des Chipsatzes aus Intels Serie 6 Reihe, Codename „Cougar Point“, ist schon gestoppt und wird erst wieder gegen Ende Februar wieder aufgenommen.

Der entdeckte Fehler steckt in den SATA-Ports mit maximal 3Gbit/s Transferleistung, die beiden neuen Ports mit maximal 6Gbit/s sind davon nicht betroffen. Hat man an diesen Ports eine Festplatte oder ein anderes Laufwerk angeschlossen, kann der Port mit der Zeit immer schwächer werden, so dass es zu Leitungseinbrüchen bei den Laufwerken kommen kann. Auch Datenverluste sind nicht auszuschließen.

Intel selbst und seine OEM Partner haben diesen Fehler nicht bemerkt, da sowohl Intel selbst, als auch die Partner den „alten“ SATA Port nicht verwendeten. Die meisten Geräte mit Sandy Bridge und einem Intel Chipsatz aus der Serie 6 verwenden den fehlerhaften Port nicht. Erst ein Partner von Intel hat diesen Bug entdeckt und konnte den Fehler bei nachfolgenden Tests reproduzieren. Der Bug an sich macht sich laut Intel nur in ungefähr fünf Prozent der Fälle in einem Zeitraum von drei Jahren bemerkbar.

Um den Bug zu beheben muss Intel eine kleine Anpassung einer Metalllage in den Chipsätzen vornehmen. Das bedeutet nun auch, dass sich die Auslieferung diverser Produkte auf Basis des Sandy Bridge um einige Wochen verzögern wird. Die überarbeitete Version des Chipsatzes wird voraussichtlich ab Ende Februar an die Partner ausgeliefert und Intel geht davon aus, dass man die volle Lieferkapazität erst im April erreicht.

Systeme, hauptsächlich Notebooks, die schon ausgeliefert worden sind können weiterhin betrieben werden, da die meisten Produkte die fehlerhaften Ports nicht verwenden.

Der Bug hat auch finanzielle Auswirkungen. Intel rechnet damit, dass im ersten Quartal 2011 der Umsatz um 300 Millionen US-Dollar geringer ausfallen wird. Zusätzlich soll der Austausch der bereits verkauften Systeme Intel für das Gesamtjahr 700 Millionen US-Dollar kosten. Nach Bekanntgabe des Design-Fehlers fiel auch Intels Aktienkurs um einen Prozent. Lachender Gewinner der Intel Misere ist natürlich AMD. Nicht nur, dass deren Aktienkurs um 5 Prozent stieg, sondern auch weil einige Notebook Hersteller sich in nächster Zeit verstärkt mit AMD Produkten eindecken werden.

Wenn Ihr selbst ein Intel Sandy Bridge Produkt habt und unsicher seit, ob der Bug auch in Eurem System steckt, dann solltet Ihr Euch an den Hersteller des Produktes wenden.

via derStandart.at

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