Ein unaufhörlicher Boom: neue Daten zur Internet-Nutzung

„Statistiken sind verlogene Wahrheiten“, soll einst der britische Schriftsteller Lytton Strachey gesagt haben. Ungeachtet ihrer vermeintlichen Verlogenheit stürzt sich die Öffentlichkeit dennoch gerne auf statistische Ermittlungen, immerhin vermögen sie in einer chaotischen Welt so etwas wie eine nüchtern-objektive Orientierung zu vermitteln. Einen wesentlichen Beitrag hierzu leistet der schwedische Website-Monitoring-Dienst Pingdom, welcher alljährlich statistische Daten zur Nutzung des Internets herausbringt.

Die vielleicht beeindruckendste Zahl zuerst: 555 Millionen Websites – soviele existierten im Dezember 2011, davon 95,5 Millionen mit einer registrierten .com-Domain. Geht man davon aus, dass der deutsche Bundesbürger im Durchschnitt gerade einmal 8 Seiten wirklich regelmäßig besucht, fällt die Wahrnehmung dieses gewaltigen Überangebots relativ mickrig aus. Dafür geht die eigene Erreichbarkeit in Zeiten der medialen Kommunikationsflut immer noch über alles: 3,15 Millarden E-Mail-Accounts existierten weltweit im Dezember 2011, der beliebteste Dienst: Hotmail mit 360 Millionen Nutzern. Jene, die das Internet geschäftlich nutzen, erhalten und verschicken täglich etwa durchschnittlich 112 E-Mails. Offenbar sind von jenen nicht gerade viele von inhaltlicher Relevanz: Immerhin komfortable 71 % des weltweiten E-Mail-Verkehrs wurden unter Spam verbucht.

Trotz der zunehmenden Beliebtheit des Mozilla Firefox ist dieser noch immer nicht der beliebteste Browser weltweit: 39 Prozent der Surfer bleiben dem Internet Explorer treu, Google Chrome kommt auf 28 Prozent, Mozilla Firefox landet schließlich auf dem 3. Platz mit 25 Prozent.

Besonders zugenommen hat die Beliebtheit der sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter und Co. Mittlerweile 800 Millionen Menschen sind inzwischen auf Facebook angemeldet und posten bereitwillig ihr Leben raus in die Welt. Eine Studie der britischen Regulierungsbehörde Ofcom ergänzt diese Zahlen: Demnach sind mehr als 80 % der aktiven britischen, französischen und italienischen Nutzer mit einem eigenen Profil bei Facebook vertreten. Deutschland folgt an vierter Stelle mit 72 %. Große Unterschiede gibt es jedoch im internationalen Vergleich, was die Zahl der Facebook-Freunde betrifft: Während der italienische Facebook-Nutzer im Durchschnitt über 216 Freunde verfügt, offenbart der französische mit gerade einmal 108 Freunden fast schon soziophobische Züge. Der durchschnittliche deutsche User verwaltet etwa 137 Kontakte im beliebtesten sozialen Netzwerk, dem die Konkurrenzanbieter wie Twitter (225 Millionen Accounts), Flickr, Tumblr und der Rest nicht mal annähernd das Wasser reichen können.

Fazit: Internet boomt! Wobei: Fast 25 % aller deutschen Haushalte sind noch immer nicht in Besitz eines Internetanschlusses. Wie schaffen die das nur?

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