Internet-TV: Kartellamt verbietet TV-Videothek

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Das Kartellamt hat RTL Deutschland und ProSiebenSat.1 den Aufbau einer Onlinevideothek á la Hulu verboten. Dadurch würden die beiden privaten Konzerne eine marktbeherrschende Stellung erreichen. Freuen dürfen sich Google und Apple.

Über die Entscheidung des Kartellamts berichtet die Financial Times Deutschland. Im Laufe diesen Freitags soll eine ausführliche Begründung folgen, im Wesentlichen ist die Argumentation aber bekannt. Durch den Aufbau der Onlinevideothek der beiden großen TV-Anbieter würden diese eine Stellung auf dem Markt erreichen, zu der Konkurrenten nicht mehr aufschließen könnten.

RTL und ProSiebenSat.1 hatten geplant, eine Plattform aufzubauen, auf der Sender ihre TV-Inhalte online anbieten können – bis zu sieben Tage nach Ausstrahlung. Die Pläne schlossen explizit auch die Aufnahme fremder Sender, zum Beispiel der öffentlich-rechtlichen, ein. Die Gestaltung der Kanäle und die Inhalte wären den Sendern freigestellt. Die Unternehmen wollten sich gegenüber der Financial Times nicht äußern, es wird jedoch erwartet, dass sie gegen das Urteil des Kartellamts gerichtlich vorgehen werden.

Derweil können sich die anderen Anbieter freuen. Zwar hat Apple TV einen anderen Ansatz, nämlich die Bereitstellung von Filmen und Serien via Web, dennoch hätte auch dieses Unternehmen mit der gleichen Zuschauergruppe um Marktanteile zu kämpfen. Auch Google TV, welches erst in Laufe diesen Jahres hierzulande an den Start gehen soll, funktioniert ein wenig anders. Schließlich sollen hier dezidierte Internet-Inhalte auf den Fernseher gebracht werden (auch zum Beispiel über speziell angepasste Nachrichten-Apps). Doch letztendlich kämpfen auch sie um den gleichen Markt.

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