Iran: „Wir haben die Stuxnet-Spione!“

Frank Ritter
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Sicherheitsforscher aus der ganzen Welt spekulieren derzeit, wem der besonders raffinierte Stuxnet-Virus gilt. Vielfach werden dabei die nuklearen Anlagen des Iran als Ziel genannt. Nun will der Iran Spione gefangen genommen haben, die den Virus in der Atomanlage von Bushehr einschleusen wollte.

Die semioffizielle iranische Nachrichtenagentur Mehr zitiert den iranischen Geheimdienstminister Heydar Moleshi, wonach eine nicht näher genannte Anzahl Spione nicht näher genannter Nationalität dabei gefasst wurden, den Stuxnet-Wurm in die Computersysteme der Atomanlage einschleusen zu wollen. Moleshi kommentierte:

„Alle zerstörerischen Aktivitäten, die die Unterdrücker im Cyberspace durchführen, werden schnell von uns aufgedeckt und Mittel zur Bekämpfung dieser Pläne implementiert. Dem Geheimdienstministerium ist eine Reihe Aktivitäten bekannt, die gegen die Islamische Republik von feindlichen Spionagediensten verübt werden.“

Die Festnahmen wurden weder weiter kommentiert noch konnten sie unabhängig verifiziert oder falsifiziert werden.

Bezüglich der Eingrenzung der Gefahr durch Stuxnet widersprach ein anderer Verantwortlicher des Iran jedoch indirekt. So gab Hamid Alipour, Sprecher der staatlichen Firma „Iran Informationstechnologie“ zu Protokoll, dass man es mit einem instabilen Virus zu tun habe, der sich selbst modifiziere: „Wenn man versucht, den Virus anzugreifen, haben sich bereits drei neue Varianten verbreitet“, so Alipour.

Stuxnet ist Sicherheitsforschern weltweit ein Rätsel. Der Virus basiert auf drei zum Zeitpunkt der Bekanntwerdung des Wurms unbekannten Sicherheitslücken in Windows und verbreitet sich über USB-Datenträger. Dabei hat er zwar hunderttausende Rechner weltweit infiziert, soll aber nur auf wenigen Computern aktiv werden, die eine bestimmte Siemens-Software verwenden. Diese Software wird unter anderem in Atomanlagen verwendet. Der Virus hat bis dato keinen Schaden angerichtet, sodass man noch keine Rückschlüsse auf die Entwickler ziehen kann. Die Ausgefeiltheit der zielgerichteten Attacke lässt jedoch selbst Sicherheitsforscher spekulieren, ob Stuxnet das Werk eines westlichen Geheimdienstes ist.

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