Apple und Eltern einigen sich: iTunes-Nutzer erhalten Entschädigung

Martin Maciej

Nach einem Rechtsstreit um In-App-Käufe über iOS-Geräte haben sich klagende Eltern und iTunes auf eine Regulierung der entstandenen Schäden geeinigt. Apple verpflichtet sich, alle betroffenen Nutzer mit  iTunes-Guthaben oder Bargeld zu entschädigen.

2011 waren mehrere Eltern in einer Sammelklage gegen den Konzern aus Cupertino vorgegangen. Grund für die Klage waren mehrere getätigte In-App-Käufe durch Minderjährige über die iOS-Geräte der Betroffenen. Genauer ging es bei der Klage darum, dass Kinder über kostenlos heruntergeladene Apps In-App-Käufe getätigt haben, ohne diese per Passwort bestätigen zu müssen.

Apple In-App-Kauf Screenshot

Einigen Nutzern sind über In-App-Käufe Schäden über mehrere hundert Dollar entstanden

In-App-Käufe ohne erneute Passwortabfrage

Wurde einmal das Passwort am iOS-Gerät für den iTunes Account eingegeben, war es bis zur iOS-Version 4.3 binnen 15 Minuten möglich ohne erneute Eingabe des Kennworts weitere Einkäufe zu tätigen. Hat der Besitzer des iOS-Geräts zum Beispiel eine App über ein Smartphone mit Eingabe des Passworts gekauft, konnten Minderjährige über das Gerät weitere Einkäufe in Spielen tätigen, ohne erneut ein Kennwort zur Bestätigung eingeben zu müssen. Insbesondere bei sogenannten „Freemium-Apps“ sind auf diesem Wege in einigen Fällen unwissentlich Rechnungen von mehreren hundert Dollar entstanden. Der Download und die Installation dieser Apps ist kostenlos. Über In-App-Käufe können Nutzer dann jedoch neue Funktionen gegen Einkäufe freischalten oder den Spielfortschritt beschleunigen.

Seit dem Release von iOS 4.3 im März 2011 hat Apple dieses Problem aus dem Weg geräumt und verlangt bei jedem In-App-Kauf die erneute Eingabe des iTunes-Passworts. Um ähnliche Schäden zu vermeiden ist es zudem seit iOS 6 möglich, Einstellungen vorzunehmen, die Einkäufe über Apps komplett verhindern.

Apple zahlt Entschädigung Screenshot

Freemium-Apps sind beim Herunterladen kostenlos, locken jedoch mit In-App-Käufen zu Geldausgaben

Über 23 Millionen Nutzer von iTunes informiert

In der gerichtlichen Einigung spricht Apple jedem geschädigten Nutzer mindestens einen Gutschein von fünf US-$ für den iTunes Store zu. Ist ein Schaden von mehr als fünf Dollar entstanden, erhalten Nutzer den tatsächlichen Wert auf Ihr iTunes-Konto gutgeschrieben. Übersteigen die Ausgaben für App-Inhalte durch Kinder einen Betrag von 30 $, wird der entsprechende direkt in Bargeld ausgezahlt.

Die Gesamtzahl der zu entschädigenden Nutzer, sowie die Summe, die Apple auszahlt, ist noch unbekannt. Sicher ist jedoch, dass insgesamt 23 Millionen iTunes-Kunden, die mindestens einmal von einem ungewollten In-App-Kauf betroffen waren, über das geplante Vorgehen informiert wurden. Die Besitzer der iOS-Geräte müssen dabei selbst beweisen, dass der Schaden über einen In-App-Kauf durch Minderjährige über eine Freemium-App entstanden ist und diese zudem keine Kenntnis über das Passwort des betroffenen iTunes-Accounts hatten. Apps für iOS-Geräte lassen sich direkt über das iPhone oder iPad selbst, aber auch über den iTunes Download am PC kaufen.

Gute Nachrichten gibt es hingegen für einen iTunes-Nutzer in Deutschland. Wie bereits berichtet, hat Philip Lüpke aus Hannover Anfang Februar die Rekordmarke von 25-Milliarden Musik-Downloads im iTunes Store mit dem Song Monkey Drums von Chase Bush geknackt. Der versprochene 10.000 € iTunes-Gutschein wurde ihm nun im Hamburger Apple Store am Jungfernstieg überreicht.

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