Kamasutra statt Abendzeitung: Der etwas andere Kindle-Bestseller

Peter Drimal

Das meist heruntergeladene E-Book für den Amazon Kindle taucht nicht in den Besteller-Listen der großen Zeitungen auf. Und wenn schon der Klappentext (sicher nicht ganz ernst gemeint) darauf hinweist, dass dieser Titel “nicht für Prüde oder Zartbesaitete” geeignet sei, gibt es auch wenig Aussicht, eben jene Platzierung jemals zu erreichen. Dabei geht es nicht etwa um Gewaltverherrlichung, sondern um eine, in einen Roman eingebettete, Geschichte über Kamasutra.

Kamasutra auf dem Kindle? Das klingt zugegeben nicht viel anregender, als die Zutatenliste der Tütensuppen vom örtlichen Discounter. Aber auch daraus lässt sich Pofit schlagen – die richtige Verkaufstaktik vorausgesetzt. Eben diese hatte Christina Brashear vom Verlag Samhain Publishing: stell einen Titel zwei Wochen lang umsonst zum Download bereit, hoffe auf genug positive Leserstimmen und lass die folgenden Interessenten für das Buch zahlen. Schon ist der erste Platz in den Verkaufs-Charts möglich.

Das Review auf Amazon ist sicher nicht ganz unschuldig am Erfolg. Letztendlich bewahrheitet sich die Aussage “Sex Sells” natürlich auch bei Titeln für E-Book-Reader. Doch handelt es sich hier nach Urteil vieler Leser um anspruchsvolle, sinnliche Literatur abseits der etwas eindimensional ausgerichteten Inhalte der Pornoindustrie. Oder um es mit den Worten eines Rezensenten zu sagen: “Warms the heart…and a few other body parts.”

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