Kindle Cloud Reader: Amazon umgeht Apple-Gebühren

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Vor wenigen Stunden hat Amazon die HTML5-basierte Seite Kindle Cloud Reader online gestellt, von der aus Kindle-Kunden ihre E-Books unabhängig von einer App lesen können. Damit sollen wohl Apples enge Gebührenbestimmungen umgangen werden.

Der Kindle Cloud Reader ist eine HTML5-basierte Webseite und funktioniert derzeit mit den Browsern Chrome, Safari für Mac und PC sowie Safari für iOS 4+, wobei die Darstellung auf das iPad optimiert ist. Weitere Versionen für Internet Explorer, Firefox und die mobilen Browser von Android bis BlackBerry sollen in den kommenden Monaten folgen.

Der Cloud Reader kann alles, was auch die dezidierten Apps oder der Kindle selbst bieten: Zugriff auf die eigene Bibliothek, Lesezeichen, einen Offlinemodus und einen integrierten Shop. Und da wird es spannend.

Auch wenn es in Amazons Pressemitteilung nicht explizit erwähnt wird: allein die Tatsache, dass der Kindle Cloud Reader zunächst einmal Apple-Nutzer ansprechen soll, ist verräterisch. Mit dem webbasierten Reader umgeht Amazon geschickt die Gebührenbestimmungen des Apple App Store.

Diese sehen nämlich vor, dass Apple bei jedem In-App-Kauf 30 % mitverdient. Diese Regelung wurde im Februar eingeführt, wird aber erst seit vergangenem Monat konsequent durchgesetzt. Da Amazon (und anderen Anbietern) diese Gebühr zu hoch war, waren sie gezwungen, den Kaufen-Link innerhalb der App zu entfernen. Gekauft werden musste fortan via Web oder auf einem anderen Gerät, um das Buch dann auch auf einem iPad/iPhone lesen zu können.

Mit der webbasierten Version des E-Readers wird die eigentliche App nun obsolet. Ein geschicktes Manöver von Amazon, denn im Gegensatz zu Flash wird Apple auf HTML5-Unterstützung nicht verzichten können.

Laut ReadWriteWeb kündigt sich mit Facebooks Projekt Spartan schon der nächte HTML5-basierte Shop an. Wird sich diese Art des Vertriebs durchsetzen, muss sich Apple über kurz oder lang wohl ein neues Bezahlmodell ausdenken.

Wer weder Apple noch Amazon Geld zuschustern möchte, findet natürlich auch viele legale Möglichkeiten, gratis an E-Books zu kommen. In eigener Sache Weise ich immer wieder gerne auf das stetig steigende Angebot an E-Literatur in Bibliotheken hin. Aber auch für Bibliotheksmuffel haben wir eine Sammlung von 7 Webseiten zusammengestellt, auf denen es E-Books kostenlos gibt.

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