Kino.to offline: Mutmaßliche Betreiber verhaftet

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Bei der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechsverletzungen e.V. (GVU) dürften heute die Sektkorken knallen: In einer groß angelegten Aktion der Dresdner Generalstaatsanwaltschaft wurden heute 13 Personen verhaftet, denen vorgeworfen wird, das illegale Filmportal kino.to zu betreiben. Dieses war der Filmwirtschaft aufgrund seiner Beliebtheit schon seit Jahren ein Dorn im Auge. Auch die beteiligten Streamhoster sind größtenteils offline.

Wie die GVU heute bekannt gab, wurde mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften das Portal kino.to vom Netz genommen. Unter der Leitung der Integrierten Ermittlungseinheit Sachsen (INES) fanden heute Razzien in Deutschland, Spanien, Frankreich und den Niederlanden statt. Alleine in Deutschland waren 250 Polizisten und Steuerfahnder sowie 17 Datenexperten beteiligt, die 20 Wohnungen und Geschäftsräume durchsuchten. Hierzulande wurden dabei 12 Personen verhaftet, in Spanien eine weitere. Nach einem vierzehnten Verdächtigen wird derzeit noch gefahndet. Ihnen wird vorgeworfen, mit kino.to eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben.

Die Domain kino.to selbst wurde beschlagnahmt. Wer versucht, die Seite aufzurufen, erhält derzeit nur folgende Mitteilung:

Die Kriminalpolizei weist auf Folgendes hin:

Die Domain zur von Ihnen ausgewählten Webseite wurde wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung zur gewerbsmäßigen Begehung von Urheberrechtsverletzungen geschlossen.

Mehrere Betreiber von KINO.TO wurden festgenommen.

Internetnutzer, die widerrechtlich Raubkopien von Filmwerken hergestellt oder vertrieben haben, müssen mit einer strafrechtlichen Verfolgung rechnen.

Auch die an das Portal angeschlossenen Streamhoster sind größtenteils offline. Laut GVU hat sich in den jahrelangen Vorermittlungen, die dem Strafantrag vom 28. April vorangingen, ergeben, dass diese oftmals eigens zu dem Zweck gegründet wurden, kino.to mit Filmmaterial zu versorgen. Oder um es mit der GVU zu sagen: Die Ermittlungen “deuten auf ein arbeitsteiliges parasitäres Geschäftsmodell hin, welches auf Grundlage von systematischen Verletzungen von Urheber- und Leistungsschutzrechten einzig zu dem Zweck etabliert wurde, allen Beteiligten dauerhafte Einkünfte aus illegalen Profiten zu verschaffen.”

kino.to galt aufgrund seiner verschachtelten Struktur und der im Ausland gehosteten Server lange Zeit als unknackbar für die Behörden. Offenbar müssen sich knauserige Filmfreunde nun jedoch woanders nach Filmen umsehen. Tipp: Auf unserem Blog weisen wir immer wieder auf legale Stream-Möglichkeiten im Internet hin.

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