KinoX.to: Echter Kino.to-Nachfolger oder nur Strohfeuer?

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Kino.to ist zurück! Oder beinahe. Der lose Webaktivisten-Verbund Anonymous hat unter der Adresse KinoX.to offenbar eine baugleiche Alternative zum geschlossenen Streaming-Dienst eröffnet. Dieser ist genau so fragwürdig und intransparent wie sein Vorgänger, verheddert sich aber ohnehin schon zum Start.

Seit gestern bietet die Seite KinoX.to genau jene gehosteten Medien an, die Kino.to kurz vor seiner Abschaltung im vergangenen Monat verlinkt hatte. Auch Optik und Aufbau wurden 1:1 kopiert, so dass sich frühere Kino.to-Nutzer gleich zurecht finden sollten.

Wer hinter KinoX.to steckt ist derzeit noch völlig unklar. In einem Statement bedankt man sich jedenfalls bei den Netzaktivisten, die sich unter dem Pseudonym Anonymous zu zahlreichen Prostest- und Hackaktionen versammeln. Mit sichtlich Schaum vor dem Mund wird in dem Statement außerdem die Verwertungsgesellschaft GVU angegriffen, die an der Abschaltung von Kino.to mitgewirkt hat. So heisst es unter anderem:

Liebe GVU, Filmindustrie und Staat: Denkt ihr wirklich ihr könnt uns stoppen nur weil ihr haufenweise Geld habt? Wie kann es sein, dass harmlose Webseitenbetreiber auf eine Stufe mit Mördern und Vergewaltigern gestellt werden? Merkt ihr überhaupt noch was in eurem Wahn? Für was finanzieren wir euch jeden Monat? Damit ihr uns verarscht?!

So wenig durchdacht wie das Statement wirkt auch die Durchführung der Aktion. Zu dieser Stunde ist Kinox.to nicht mehr erreichbar. Dies wird vermutlich durch den nachrichtenbedingten Andrang der Fall sein, zeigt aber auch das Problem der Streaming-Seite auf. Kino.to war ein über Jahre gewachsenes System, dessen Komplexität aus Upload- und Streamingdiensten ja nicht nur der Verschleierung der Betreiber diente, sondern auf für einen kontinuierlichen Geldfluss sorgen sollte. Dabei konnten sich die Betreiber auf eine langsam wachsende Beliebtheit einrichten. Ein Dienst wie Kino.to, dazu in dieser Größe, lässt sich kaum in wenigen Wochen aus dem Boden stampfen. Und wenn, dann sicherlich nicht langfristig.

Es bleibt also abzuwarten, wie ich KinoX.to entwickeln wird. Sicher wird es in der kommenden Zeit immer wieder mal erreichbar sein. Es ist jedoch recht wahrscheinlich, dass die Seite eher ein kurz aufleuchtendes Protestfeuer sein wird denn eine langfristige Alternative.

Da jedoch nicht nur die Erreichbarkeit zu wünschen lässt, sondern KinoX.to ganz allgemein schlicht ein illegales Angebot darstellt, sollten sich Filmfreunde ohnehin vielleicht lieber in andere Richtungen umschauen. Schon nach der Abschaltung von Kino.to haben wir daher eine feine Liste mit legalen Alternativen für euch zusammengestellt. Ich möchte diese noch um den Punkt “Rausgehen” ergänzen, es ist schließlich Sommer.

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