Leben nach der Atomkatastrophe in Japan: Die Flüchtlinge in Nomadomura

Holger Blessenohl

Als am 11. März 2011 um 14:46 japanischer Zeit ein gewaltiges Erdbeben die Region erschüttert und in der Folge ein Tsunami die Küste im Osten Japans überrollt, havarieren mehrere Atomkraftwerke in Fukushima. Die anfangs große Beteiligung der Weltbevölkerung hat sich inzwischen wieder neuen Themen zugewandt, für die Menschen in der Region ist der Ausnahmezustand aber noch lange nicht beendet.

Szenenwechsel: Während in Fukushima der Betreiber Tepco gegen den Ausfall der Kühlsysteme in den Atommeilern kämpft, entscheiden sich der deutsche Filmemacher Werner Penzel und seine japanische Frau Ayako Mogi, eine Fotografin, die gemeinsam das Nomadomura-Projekt leiten, den betroffenen Menschen in der Krisenregion zu helfen. Auf der Insel Awashijima öffnen sie ein ehemaliges Schulgebäude für Flüchtlinge, vor allem aus dem Großraum Tokios.

Schnell entwickelt sich Nomadomura zu einem Zentrum derjenigen, die Angst haben, dass das Trink- und Duschwasser radioaktiv verseucht sein könnte. Von Beginn an stellt sich für alle Flüchtlinge aber auch die Frage, wie die Zukunft aussehen wird. Können Sie sich auf der Insel eine neue Existenz aufbauen oder müssen sie irgendwann wieder zurück nach Tokio.

Der Regisseur Bernhard Jurgel hat gemeinsam mit den beiden Künstlern Werner Penzel und Ayako Mogi deren Erfahrungen zu einem 60-minütigen Hörspiel verarbeitet, das am 01. Juli vom Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt wurde. Darin werden Notizen, Tagebuchaufzeichnungen, Reflexionen und Erfahrungsberichte der Bewohner von Nomadomura zu einem bewegenden Dokument über die Angst vor der Radioaktivität collagiert.

Wer die Sendung verpasst hat, kann sich das Hörspiel jetzt auch im Internet downloaden. Bayern 2 hat „Nomadomura, Awajishima, 800 km südlich“ lobenswerterweise in den Hörspiel-Pool übernommen.

“Nomadomura, Awajishima” kostenlos downloaden
Hörspiel über die Folgen der Atomkatastrophe in Japan

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