Medal of Honor: Taliban werden nicht spielbar sein

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EA reagiert auf den öffentlichen Druck von Militär und Angehörigen und nimmt die Taliban als spielbare Charaktere aus dem Mutliplayer-Modus raus. Oder besser gesagt: benennt sie um.

Als Medal of Honor der Öffentlichkeit das erste mal vorgestellt wurde, störten sich hiesige Beobachter vor allem an einem Level, der in der Aufmachung an ein von Wikileaks veröffentlichtes Video erinnerte (wir berichteten). Interessanterweise rief in den USA ein ganz anderer Aspekt des Spiels Unmut hervor. So war bislang geplant, im Multiplayermodus sowohl Angehörige der US-Streitkräfte als auch die Taliban spielen zu können.

Nun sind in diesem Krieg die Fronten Gott sei Dank schnell geklärt: Die westlichen Soldaten sind eindeutig als die Guten und Rechtschaffenden einzustufen, während die Taliban das personifizierte Böse darstellen und unter keinen Umständen als vollwertige Menschen oder auch nur Kombatanten wahrgenommen werden sollten. Völlig zu Recht also geriet Publisher EA unter Druck, weil geplant war, auch die Perspektive eines Taliban einnehmen zu können, der gegen hilflose US-Soldaten kämpft. Aufgrund dieses Drucks hat sich EA nun entschieden, das Spiel zu entschärfen: Die Taliban werden umbenannt in Opposing Force. Bei den Gegnern handelt es sich nun also wieder um gesichtslose Bösewichte, die aus reinem Selbstzweck und ohne Ziel auf alles schießen, was sich bewegt.

Der Druck kam vor allem von Militär und Angehörigen von Soldaten, die im Einsatz ihr Leben ließen. Die Trauernden werden es mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen, dass im Spiel weiterhin auf Soldaten geschossen werden darf, dies jedoch völlig ohne Kontext geschieht, über den man ins Sinnieren geraten könnte.

Die Pressemitteilung (“To all who serve – we appreciate you, we thank you, and we do not take you for granted”) von EA ist auf kotaku.com nachzulesen.


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