Microsoft-Tablet Surface: Angriff auf Apples iPad

Holger Blessenohl
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Seit einigen Wochen gibt es bereits den Release Candidate von Windows 8 als Download, mit dem sich das Windows-Betriebssystem auch für die neue Computergeneration von ARM-getriebenen Tablets öffnen wird. Bis jetzt ist aber noch unklar, welche Hersteller zum Marktstart Windows 8-Tablets anbieten werden. Den ersten hat Microsoft in der gestrigen Pressekonferenz verraten: Microsoft.

Microsoft Surface wird das Windows 8-Tablet heißen, mit dem der Konzern aus Redmond ein Stück weiter auch Hardware-Hersteller wird. Bisher hat sich Microsoft allerdings weitgehend aus dem Hardware-Geschäft im Computerbereich herausgehalten, sieht man von Peripheriegeräten wie Mäusen und Tastaturen ab. Grundsätzlich hat Microsoft mit eigener Hardware zwiespältige Ergebnisse erzielt. Während die Xbox und Kinect große Erfolge sind, musste die Produktion des iPod-Herausforderers Zune nach einigen Jahren wieder eingestellt werden, ohne dass der Player jemals außerhalb der USA zu kaufen gewesen wäre.

Microsoft Surface Seite
Microsoft Surface Seitenansicht

Mit Surface startet Microsoft einen frontalen Angriff auf das iPad von Apple, setzt dabei aber – abgesehen vom anderen Betriebssystem mit Metro-Oberfläche – durchaus eigene Akzente. So werden Highlights des iPad wie das Retina-Display nicht kopiert, dafür bietet Microsoft mit den Touch oder Type Covern eine sehr interessante Variante eines Tastatur-Docks. Die nur drei bzw. fünf Millimeter dicken Schutzhüllen haften magnetisch auf dem Display des Surface-Tablets. So weit, so bekannt vom iPad. Microsoft hat diese Kunststoff-Hüllen aber zusätzlich mit einer QWERTY-Tastatur ausgerüstet, mit der sich das Tablet notbehelfsweise in ein Netbook verwandeln lässt. Dabei dockt die Tastatur magnetisch am Tablet an. Lage- und Bewegungssensoren im Cover sorgen dafür, dass nur echte Tasteneingaben verarbeitet werden. Legt der User einfach die Hand auf das Pad oder klappt es wieder auf das Display, werden die Druckimpulse nicht mehr ausgeführt. Käufer des Microsoft-Tablets können zwischen dem dünneren Touch-Cover, auf dem die Tasten lediglich aufgemalt sind und dem Type Cover mit ein wenig Tastenhub wählen. Echte Tasten bieten aber beide Schutzcover nicht.

Microsofts Surface muss auch nicht mit einem externen Ständer ausgerüstet werden, den bringt das Tablet bereits ausklappbar mit. Microsoft nennt das Gehäuse VaporMG Case & Stand. Dabei handelt es sich um einen stabilen Magnesium-Body, der in einem Stück gefertigt wird. Besonders genial: Die integrierte Webcam für Videocalls ist bereits passend zum schräg aufgestellten Tablet ausgerichtet.

Microsoft Surface Blau
Microsoft Surface Blau, Frontansicht

Was die technischen Spezifikationen angeht, wird das Surface in zwei Varianten angeboten werden, einer günstigeren Version mit Windows RT und einem ARM-Prozessor und einer Windows 8 Pro Business-Variante mit Intel-Prozessor. Beide Tablets verfügen über ein 10,6 Zoll großes Display, in der Pro-Variante ist das allerdings eines mit Full HD-Auflösung, während im kleineren nur eine HD-Auflösung möglich ist. Auch bei den weiteren technischen Kennzahlen bietet die Pro-Variante überall etwas mehr Leistung, USB 3.0 statt USB 2.0, 42 W-h-Akku statt 31,5 W-h-Akku, bis zu 128 GB Ram statt bis zu 64 GB. Dafür ist das Pro-Tablet mit 13,5 mm allerdings auch einiges dicker als das nur 9,3 mm flache Windows RT-Gerät und mit 903 g gegenüber 676 g auch deutlich schwerer.

Microsoft will die beiden Surface-Tablets bereits zum Marktstart von Windows 8 im Herbst in die Läden bringen, wohl um abzusichern, dass es dann überhaupt Geräte gibt, die rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft verfügbar sind. Wie viel die Geräte dann kosten werden und den genauen Verkaufsstart hat Microsoft bei der Vorstellung noch nicht verraten.

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