Neues Gesetz soll Überwachung durch Arbeitgeber eindämmen

Peter Drimal

Per Gesetz will die Bundesregierung Überwachung durch Arbeitgeber einschränken. Informationen von Facebook sind nicht verwertbar, googlen aber bleibt erlaubt.

Mal schnell den Bewerber im Internet googlen oder bei Facebook das Privatleben der Angestellten erforschen: als Arbeitgeber kommt man heutzutage schneller an persönliche Informationen als ein Vorstellungsgespräch hergibt. Dass die so gesammelten Daten nicht selten einen eher negativen Eindruck hinterlassen, liegt vor allem an der Freizügigkeit im Umgang mit privaten Informationen. Ein neues Gesetz soll nun die Möglichkeiten der Firmen einschränken, ihre Mitarbeiter oder potentielle Bewerber zu kontrollieren. Darauf hat sich die Bundesregierung nach langem Streit geeinigt.

Konkret geht es in dem Gesetzentwurf zum Arbeitnehmerdatenschutz neben unzulässiger, versteckter Videoüberwachung, Kontrolle des E-Mail-Verkehrs und Einschränkung bei der Verwertung von Informationen zum Gesundheitszustand auch um ein Verbot, Daten aus sozialen Netzwerken zu sammeln. Stellt ein krankgeschriebener Mitarbeiter dann Fotos in sein Profil, die ihn alles andere als krank erscheinen lassen, darf der Arbeitgeber ihn nicht aufgrund dieser Hinweise abmahnen. Berufliche Netzwerke wie XING bleiben von diesem Gesetz weiterhin ausgeschlossen, die über Google gesammelten Daten dürfen ebenfalls verwertet werden.

Fraglich ist jedoch, wie man den Arbeitgeber hindern will, seine Entscheidung über einen Bewerber auch anhand von zweifelhaften Daten von Facebook und Co. zu treffen.

Auch ohne Gesetz ist Vorsicht beim Veröffentlichen von privaten Informationen im Internet geboten. Profile bei Facebook zum Beispiel sollten nur ausgewählten Personen zugänglich gemacht werden. Und nach seinem eigenen Namen googlen kann durchaus so manch überraschende digitale Hinterlassenschaft ans Licht bringen.

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