Nintendo Wii bekommt Gütesiegel vom amerikanischen Herz-Verband

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Videospiele machen dick, dumm, krank und traurig. So propagiert es seit Jahren der Kriminologe Christian Pfeiffer. Dass dies aber nicht stimmen muss, zeigt Nintendo seit Jahren mit lebenslustigen Spielen, die viel Bewegung abfordern – und erhält dafür jetzt ein Gütesiegel.

Auf vielen Verpackungen der amerikanischen Nahrungsindustrie prangt es schon lange: das Gütesiegel der American Heart Association (AHA), die sich mit den Ursachen von Herzkrankheiten beschäftigt. Gesundheitsfördernde Produkte sollen damit ausgezeichnet werden. Wie das Spielemagazin kotaku.com berichtet, darf sich nun auch der japanische Videospielhersteller Nintendo mit dem Emblem schmücken. Die Wii-Konsole wird mit einem bewegungsempfindlichen Controller gesteuert, weiteres Zubehör wie Yoga-Matten oder Gleichgewichtsboards sollen dafür sorgen, dass der Videospieler ins Schwitzen kommt. Die AHA ist davon überzeugt, dass diese Art von Spielen dem Herz förderlich ist.

Auch auf anderen Ebenen wird man zusammen arbeiten. Nintendo und die AHA wollen gemeinsam eine Studie über die Zusammenhänge zwischen Videospielen und Fitness veröffentlichen. Außerdem unterstützt man die Plattform activeplaynow.com, die sportintensives Spielen fördert (was konsequenterweise auf Nintendo-Produkte hinausläuft).

Diese Zusammenarbeit stellt für beide einen Gewinn dar: Nintendo darf sich über einen ordentlichen Image-Schub freuen, die AHA könnte dadurch ebenfalls an Anziehungskraft bei jungen Menschen gewinnen. Freuen wird man sich sicherlich auch über die Spende über 1,5 Millionen Dollar, die Nintendo der Stiftung zukommen lässt, und die ganz sicher keinen Einfluss auf die Entscheidung der AHA hatte, Nintendo-Produkte mit dem Siegel auszustatten.

Weiter rätselhaft bleibt unterdessen der Nutzen des bereits vor einem Jahr vorgestellten Puls-Sensor als Wii-Controller-Aufsatz. Beobachter hofften, im Zusammenhang mit dieser Ankündigung auch endlich erste Software zu dem Gimmick sehen zu können. AHA-Präsident Dr. Clyde Yancy, dessen letzte Videospielerfahrung das fast 40 Jahre alte Arcadegame Galaga ist, wusste jedoch nichts von dem Projekt.

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