Nokia: Neuer Chef stößt auf alte Strukturen

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Schon einige Jahre vor Apples iPhone hatte Nokia einen Smartphone-Prototypen mit Touchscreen in der Schublade. Interne Bürokratie und Angst vor dem Risiko ließen die Chance auf Marktherrschaft verstreichen.

Die New York Times berichtet von möglichen Schwierigkeiten, denen sich der neue Nokia-Chef Stephen Elop ausgesetzt sehen könnte. Ex-Mitarbeiter des Mobilfunkkonzerns sowie Marktanalysten kommen in der Onlineausgabe zu Wort und beschreiben die internen Strukuren, denen schon erfolgsversprechende Projekte zum Opfer fielen.

Demnach gab es schon Jahre vor dem iPhone ein fertiges Touchscreen-Smartphone mit Internetfähigkeiten, welches als Prototyp sogar schon der Großkundschaft vorgestellt wurde, um zu zeigen, was der Konzern in der Pipeline hat. Das Management scheute jedoch das Risiko dieses teuer zu produzierenden und revolutionären Gerätes. Das Smartphone ging nie in Serie. Auch ein Online-Applications-Store wurde schon 2004 entwickelt und dann gecancelt.

Ari Hakkarainen, früher mit dem Marketing der N60er-Serie betraut, denkt, dass die alten Strukturen auch heute noch für Probleme sorgen könnten. Das Unternehmen sei aufgrund seiner früheren Erfolge groß und träge geworden, ferner sei es selbstgerecht und habe ich von Kunden entfernt, so Hakkarainen gegenüber der New York Times.

Arja Suominen, Nokia-Sprecherin, widerspricht: “Ich bin sicher, dass es Innovationen gibt, die wir verpasst haben und Dinge, die wir hätten besser machen können. Aber das gibt es in jedem Unternehmen. Wir waren dafür mit anderen Innovationen erfolgreich.” Im Übrigen seien Hakkarainen und die anderen Manager, die sich kritisch zu Wort meldeten, mit sehr speziellen Aufgaben betraut gewesen oder hätten nur kleine Teams geführt, weswegen sie kein genaues Urteil abgeben könnten.

Stephen Elop war zuvor bei Microsoft für die Geschäftssoftware zuständig und hat am 21. September seine Arbeit als Nokia-CEO aufgenommen. Bislang hat er in dieser Funktion noch keine Interviews gegeben.

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