Online-Festplatte: Kostenlos-Speicher im Test

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Eine Online-Festplatte hat gleich mehrere Vorteile: Von überall, unterwegs oder im Büro kann man auf seine Daten zugreifen, sie bearbeiten und wieder speichern. Man kann Freunden direkt Files zur Verfügung stellen. Auch als Backup, das vor Feuer, Diebstahl und ähnlichen Katastrophen sicher ist, hat sich die Online-Festplatte bewährt. Inzwischen bieten einige Dienste kostenlos nahezu unbegrenzten Festplattenplatz im Internet an. Wir haben uns verschiedene Anbieter angesehen und zeigen, was es zu beachten gibt.

Humyo.de
Der Anbieter Humyo bietet einen kostenlosen Speicher von 10 GByte Daten an. Nach der Anmeldung über den Webbrowser können die Dateien vom heimischen Computer aus auf den Onlinespeicher von Humyo kopiert werden. Die Weboberfläche kann mit dem Browsern Internet Explorer 6+ , Firefox 1.5+, Safari 3+ oder Opera 9+ benutzt werden. Bei Google Chrome gibt es einen Warnhinweis, den man jedoch ignorieren kann.

Humyo verwaltet die Daten in Ordnern, deren Namen man selbst festlegen kann. Die Daten läd man nun über die Upload-Schaltfläche auf Humyo direkt über den Browser hoch. Das “Standard Upload”-Feature funktioniert leider nur mit einer Datei gleichzeitig. Besser arbeitet da schon der “Advanced Upload”, der ein Java-Applet installiert. Dann kann man per Drag und Drop ganze Verzeichnisse und mehrere Dateien auf einmal hochladen.

Für Fotos, Musik und Videos stellt Humyo eigene Player zur Verfügung, mit denen eine Diashow oder ein Web-Videoplayer aufgerufen werden. So spart man sich den Download der Dateien und kann sie direkt auf der Humyo-Website ansehen und anhören.

Die Inhalte der Humyo-Ordner kann man mit anderen Benutzern teilen. Dazu stehen die Funktionen “Ordner per E-Mail versenden” und “Ordner verlinken” sowie eine Freundesliste als Adressbuch zur Verfügung. Mit der Verlinkung erhält man eine kurze URL, die man Freunden und Bekannten mitteilen kann. Die Adresse verlinkt direkt auf den jeweiligen Ordner. Die Embed-Funktion liefert ein HTML-Codeschnipsel, um den Ordner in eine Webseite oder ein Blog einzubinden.

10 GByte Speichervolumen sind in der kostenlosen Version von Humyo dabei. Für eine Gebühr von 49,99 Euro im Jahr kann der Speicher auf satte 100 GByte Kapazität ausgebaut werden. In den ersten zwei Wochen steht dieser Premium-Zugang kostenlos zum Ausprobieren bereit. Auch ein monatliches Abo zu 4,99 Euro bietet Humyo an, das damit etwas teurer als die Jahresgebühr ist.

Neben dem höheren Speicherplatz stehen Premium-Nutzern zahlreiche weitere Funktionen zur Verfügung. Dazu zählt ein Windows-Client für den Upload. Das kleine Programm verankert den Zugang zu Humyo auf dem Rechner. Der Account erscheint als ein extra Laufwerk auf dem PC, so dass direkt aus den Anwendungen heraus auf humyo.com zugegriffen werden kann. Ist man nicht ständig online, synchronisiert das Programm bei der nächsten Internetverbindung die Dateien automatisch. Installiert man den Client auf mehreren Rechnern, greift man immer auf die aktuellste Version der Dateien zu, egal an welchem PC.

Im Premium-Zugang ist außerdem der Zugriff über das Handy sowie eine garantierte lebenslange (!) Speicherung der Daten enthalten. Außerdem werden die Daten nur in der Premium-Version während der Übertragung SSL-verschlüsselt übertragen. Für alle Nutzer ist jedoch sichergestellt, das die Daten bei Humyo sicher aufbewahrt sind. Das Rechenzentrum ist physikalisch durch sprengstoffsichere Korridore, Stahltore und sieben Meter dicke Wände gesichert. Die Server sitzen in einem ehemaligen Tresor der Bank of England.

Außerdem verwendet Humyo neben einer Firewall ein ausgefeiltes Zugriffsmanagement inklusive einer 256-bit Verschlüsselung und eine Backupstrategie, damit die Daten nicht verloren gehen.

ADrive.com
Der amerikanische Anbieter ADrive.com lockt gleich mit 50 GByte kostenlosem Speicherplatz. Wie bei Humyo können beliebige Daten hochgeladen werden, und auch ADrive bietet Funktionen zum Weitergeben der Download-Adressen an. Wenn Freunde auf die Daten zugreifen wollen, müssen sie sich allerdings auch bei ADrive registrieren. So hofft der Anbieter eine größere Zahl von Kunden zu gewinnen.

Über den Webbrowser können beliebige Dateien zu ADrive hochgeladen werden. Die Uploadfunktion erfordert Java, kann jedoch dafür auch per Drag und Drop bedient werden. Auf den Upload-Button können eine oder mehrere Dateien und auch ganze Ordner gezogen werden. Mit einem Klick werden alle Dateien hochgeladen. Mit dem “Transfer Remote File” können Dateien aus dem Internet direkt auf ADrive.com kopiert werden. Dazu muss einfach die Webadresse der Datei eingegeben werden.

Für Word- und Excel-Dateien bietet ADrive ein interessantes Schmankerl. Man kann damit Texte und Tabellen im Browser ansehen, bearbeiten und auch wieder auf ADrive speichern. Word oder Excel sind dazu nicht erforderlich. Der Rechtsklick “Edit in Zoho” startet in einem Popup eine ausgewachsene Textverarbeitung bzw. die Tabellenkalkulation. Noch fehlen ADrive aber Funktionen für einen Mediaplayer oder eine Diashow.

Für ein Online-Backup der Dateien auf dem heimischen Rechner bietet ADrive eine eigene Software an. Der Backup Client erstellt vollautomatisch Sicherungskopien ihres Desktops auf ADrive und funktioniert auch in der kostenlosen Standardversion des Dienstes.

Zahlenden Nutzern steht mit dem ADrive Desktop ein separates Programm für Windows, Mac und Linux zur Auswahl, mit dem der Zugang zur Onlinefestplatte ohne Webbrowser möglich ist. Standardnutzer können das Werkzeug 14 Tage lang kostenlos ausprobieren. Nur bei kostenpflichtigen Zugängen wird der Datentransfer SSL-verschlüsselt. Der preisgünstigere Signature-Account beinhaltet die Nutzung des Desktop-Clients und einen WebDAV-Zugang, mit dem ADrive wie eine Festplatte aus Windows heraus benutzt werden. Der Signature-Zugang kostet monatlich 6,95 US-Dollar oder 69,50 US-Dollar bei jährlicher Vorauszahlung. Der teurere Premium-Account enthält je nach Ausbaustufe mehr Speicherplatz – von 100 GByte bis zu 1 TByte. Die Preise reichen von 13,95 US-Dollar bis 131,95 US-Dollar monatlich.

Mediafire.com
Während alle anderen Dienste Datei-Limits setzen, ist bei MediaFire das Speichervolumen unbegrenzt. Eine einzelne Datei darf allerdings 100 MByte nicht überschreiten. Ansonsten kann man bei Mediafire so viele Daten ablegen, wie man will. Auch die Downloads sind unbegrenzt. Tägliche Limits oder Geschwindigkeitseinschränkungen gibt es nicht. Auf SSL-Verschlüsselung oder eine Backupsoftware muss man bei Mediafire allerdings verzichten.

Mediafire kann ausschließlich über das Web verwendet werden und stellt ein einfaches Interface zum Upload zur Verfügung, mit dem gleich mehrere Dateien auf einmal verschoben werden können. Mediafire setzt auf Flash anstelle von Java und arbeitet damit sehr schnell. Die Dateien können in Ordnern untergebracht werden, um die Übersicht zu wahren.

Als einziger Dienst unterstützt MediaFire externe Downloadmanager wie zum Beispiel den Free Download Manager, die beim Herunterladen großen Dateien zu empfehlen sind.

Die Dateien können mit einem Passwortschutz versehen werden, eine echte Verschlüsselung findet aber nicht statt. Jede Datei hat ihre eigene URL, die an Freunde und Bekannte zum Beispiel per E-Mail weiter gegeben werden kann. Sogar Bookmark-Funktionen für Digg, Delicious, MySpace und Facebook wurden nicht vergessen. Bilder werden in drei Verkleinerungsstufen als Kopie abgelegt, damit der Benutzer vor großen und unnötigen Downloads verschont bleibt. Die Originaldatei bleibt aber erhalten.

Der kostenlose Dienst finanziert sich über Werbung, die bei der kostenpflichtigen Variante Media Pro für 6,97 US-Dollar im Monat ausgeblendet wird.

Sicherheitsbedenken
“Ja soll ich denn meine ganzen Daten nun einem x-beliebigen Online-Dienstleister überlassen?” – Das werden sich sicher manche fragen. Alle genannten Anbieter bieten in der kostenlosen Variante keine Verschlüsselung an. Außerdem werden die Daten ungesichert übertragen, da SSL erst bei den kostenpflichtigen Varianten eingesetzt wird.

Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, sollte wichtige Daten vor der Übertragung verschlüsseln. Eine kostenlose und sichere Software wie AxCrypt reicht schon aus. Dann kann man die Daten guten Gewissens einem Online-Speicher anvertrauen.

Passend zu diesem Thema gibt es auch den PodCast von winload.de.


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