Parteispenden als interaktives Schaubild: Alle Geldströme seit 2002

M. Göbel
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Wer finanziert eigentlich Politik? Bei der Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke durch die Regierung Merkel gab es Kritik, dass sich die Parteien kaufen lassen – in einer einfachen Grafik kann man nun selbst nachvollziehen, welche Parteien von wem durch Großspenden unterstützt wurden. Erarbeitet hat das interaktive Schaubild Gregor Aisch aus Magdeburg, er hat es auf seinem Blog vis4.net/blog/ veröffentlicht: alle Spenden über 50.000 Euro an Parteien im Zeitraum von 2002 bis 2010.

Die Daten, auf die Gregor Aisch dabei zurückgreift, sind frei zugänglich auf der Website des Bundestags verzeichnet, er hat sie auch nochmal als OpenOffice-Datei auf offenedaten.de gespeichert. Aber es ist die Visualisierung in Kreisform, die das Ganze veranschaulicht: Wer hätte gedacht, dass CSU und FDP jeweils mehr Großspenden bekamen als die SPD? Und dass die MLPD mehr bekam als die Grünen? – Wobei es hier nicht um das gesamte Spendenaufkommen geht, sondern wie gesagt nur um Großspenden über 50.000 Euro.

Interessant auch, woher die Spenden kommen: Es waren Einzelpersonen, die der MLPD so viel spendeten, ansonsten sind es vor allem Konzerne und Großbetriebe, die mit ihrem Geld sicherlich eine entsprechend wohlwollende Politik erkaufen wollen. Wobei gerade viele der ganz großen Konzerne darauf achten, ihr Geld gerecht zu verteilen: Die Allianz spendete zu fast gleichen Teilen an alle großen Parteien (CDU/CSU, SPD, Grüne, FDP), ähnlich BMW an die etablierten außer den Grünen, die Deutsche Bank an CDU, FDP und SPD, Daimler an CDU und SPD.

InfoVis: Parteispenden in Deutschland
(Bild unten anklicken, dann öffnet sich das interaktive Schaubild)

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