Philips‘ Fernseher-Sparte verkauft: Neues Joint-Venture mit TPV Technology

Holger Blessenohl
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Philips Fernseher
Bisher haben die Wenigsten jemals etwas von TPV Technology aus Hongkong gehört. Das liegt nicht daran, dass sich deren Produkte nicht verkaufen würden, TPV Technology gehört zu den größten Herstellern von LCD-Displays. Allerdings verkaufen sie die bisher an große Unternehmen weiter, die die Displays dann in ihren Monitoren oder Fernsehern verbauen. Das dürfte sich jetzt ändern, denn TPV Technology wird zukünftig etwas sichtbarer agieren. Das niederländische Unternehmen Philips hat 70% seiner Anteile der TV-Sparte an das Unternehmen aus Hongkong verkauft.

Philips Farbfernseher
Die Ankündigung kommt etwas überraschend, vor einigen Wochen erst hatte Philips neue 3D-Fernseher angekündigt. Mit dem Deal endet eine mehr als 80-jährige Firmengeschichte, in der Philips in eigener Regie Fernseher hergestellt hat. In den letzten Jahren hatten diese allerdings nur noch rote Zahlen geschrieben und waren zum Sorgenkind des Weltkonzerns geworden. Für den Display-Hersteller aus Hongkong ist es hingegen die große Chance vom Zulieferer selber zum Hersteller zu werden.

Die nun von einem Joint Venture zwischen TPV Technology und Philips hergestellten Fernseher sollen weiter unter der bekannten Marke Philips vertrieben werden. Obwohl Philips nur noch mit einer Minderheit am Joint Venture beteiligt ist, sollen die hohen Philips-Qualitätsstandards weiter gelten. Das dürfte nicht weiter schwer fallen, als Zulieferer hat TPV Technology schon früher Philips-Fernseher „gebaut“.

Allerdings werden die Fernseher nicht in allen Ländern unter der Philips-Marke verkauft werden. So sind bspw. China, Indien, die USA und weitere Länder in Amerika ausgenommen. Die Übernahme einer bekannten und großen Marke durch einen zumindest im Westen unbekannten Hersteller, der damit in den Markt hineinkommen will, ist in der Vergangenheit schon einmal geglückt. 2004 hatte der damals in Europa noch unbekannte chinesische Computerhersteller Lenovo die gesamte PC-Sparte von IBM mit einem damaligen weltweiten Marktanteil von 6% übernommen und wurde auf diese Weise auf einen Schlag auch im Westen zu einem bekannten PC-Hersteller.

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