PSN Pass: Das Ende des Gebrauchtspielemarktes?

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Der Second Hand-Handel ist den großen Videospielherstellern schon seit den 90ern ein Dorn im Auge. Juristisch ließ sich da nie viel machen, deshalb versucht es Sony nun auf technischem Wege: Bestimmte Spielelemente werden via PSN Pass an den Account gebunden, bei einem Weiterverkauf werden diese nicht mitübertragen. Den Anfang macht der Shooter Resistance 3.

PSN Pass: Das Ende des Gebrauchtspielemarktes?

Die Idee ist nicht gänzlich neu, EA setzt den Online Pass bereits seit einiger Zeit ein. Neu gekauften Spielen liegt ein Code bei, der bei der Installation des Spiels eingegeben werden kann. Dieser wird mit einem Account verknüpft und schaltet gewisse Spielelemente frei. Der Effekt ist, dass das Spiel im Gebrauchtmarkt so an Wert verliert, da die Inhalte für einen neuen Besitzer nicht mehr zugänglich sind. Auf diese Weise möchten die Publisher den Second Hand-Markt austrocknen, der ihrer Meinung nach jährlich für beträchtliche Gewinneinbußen verantwortlich ist. Seit den 90ern versuchten Firmen wie Nintendo und Sony, den Gebrauchthandel juristisch zu unterbinden – ohne Erfolg. Daher werden zunehmend technische Lösungen gesucht.

Nun reiht sich auch Sony ein. Mit dem Network Pass Program möchte man offiziell “Premium-Online-Inhalte” weiter und schneller ausbauen, effektiv werden jedoch auch hier schlicht Spieleinhalte an den Account gebunden. Die Argumentation: Der Spieler kauft schließlich nicht den Datenträger, sondern das Nutzungsrecht der Software. Den Anfang macht der am 6. September erscheinende Egoshooter Resistance 3. Diesem wird ein Code beigelegt sein, durch den sich die Onlinefunktionen freischalten lassen. Dazu zählt unter anderem auch der Multiplayer-Modus.

Es sol jedoch auch eine Möglichkeit geben, sich neue Codes losgelöst vom Spiel zu kaufen. Auf diese Weise können also auch Zweitbesitzer an die Inhalte kommen, müssen dafür jedoch noch einmal direkt an den Publisher zahlen. Bislang ist unbekannt, was die Codes separat kosten werden.

Eine Multiplayer-Demo zeigt, was Gebrauchtkäufern entgeht, sofern sie sich keine neue Lizenz besorgen:

Nun konnte die Resistance-Reihe bislang vor allem durch einen atmosphärischen Single-Player-Modus überzeugen, so dass der Verlust für zahlreiche Spieler wahrscheinlich überhaupt nicht relevant ist. Jedoch könnte diese Entwicklung auch dazu führen, dass Spiele künftig generell accountgebunden werden und ein Weiterverkauf überhaupt nicht mehr möglich sein wird. Insofern sollte man den PSN Pass mit Sorge betrachten.

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