RIM Playbook mit Android-Apps

Holger Blessenohl

rim-playbook
Ein Smartphone-Hersteller, der für sein Betriebssystem nicht unzählige Apps anbietet, hat im „Kampf der Ökosysteme“, wie Stephen Elop von Nokia dies treffend charakterisiert hat, keine Chance mehr. Aber wie soll man da bestehen, wenn man nun einmal keine große Entwicklergemeinde hat, die freiwillig Zeit und Arbeit für die Programmierung von Applikationen aufwendet. Nun, entweder man macht es wie Samsung bei Bada und entwickelt einfach selbst welche. Oder man spart sich das ganze Drumherum und nimmt einfach die Apps der Konkurrenz. Letzteres hat RIM jetzt für das Playbook angekündigt.

Der kanadische Hersteller Research in Motion ist bekannt für seine Blackberry Business-Phones, Mitte April will RIM auch ein Tablet mit dem hauseigenen Handy-Betriebssystem Blackberry OS herausbringen. Das hat momentan gegenüber den drei Konkurrenten auf dem Markt iOS, Android und Phone 7 den nicht unerheblichen Nachteil, ziemlich wenige Apps zu bieten.

RIM Playbook Side
Da hat RIM sich mal was einfallen lassen. Statt wie die anderen ein paar hunderttausend Apps zu programmieren bzw. programmieren zu lassen, entwickelt RIM einfach nur eine einzige Blackberry-App. Die nennt sich einfach App Player und ist so etwas wie eine virtuelle Android-Umgebung für Android-Apps. Im Klartext: Dank der App Player Runtime können anschließend alle Android Apps auch auf dem RIM Playbook installiert und genutzt werden.

Allerdings hat RIM erstmal offen gelassen, wie es mit der Performance von Android Apps auf Blackberry OS aussieht. Vermutlich nicht ganz ohne Grund, denn zum Marktstart des Playbook wird es den App Player noch gar nicht geben. Das Update für das Blackberry-Tablet ist erst für den Sommer angekündigt. Auch die Frage, ob es den App Player in der Zukunft dann auch für normale Blackberrys geben könnte, hat RIM in der Pressemitteilung noch offen gelassen. Zudem wird der Blackberry App Player for Android-Apps nicht auf die neuen Android 3.0 Honeycomb-Apps setzen, was bei einem Tablet durchaus sinnvoll gewesen wäre, sondern auf die 2.3er Version Gingerbread.

Neben dem App Player für Android Apps wird RIM auch noch einen zweiten App Player für Java Apps im Sommer herausbringen. Außerdem wird RIM in den nächsten Tagen eine C/C++ SDK für Entwickler veröffentlichen. So bekommt man dann vielleicht auch ein paar eigene Apps.

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