Samsung 900X3A Test – MacBook-Air-Klon mit Windows 7

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Apple inspiriert seit Jahren branchenübergreifend im Bereich Design und Innovationen. Auch beim MacBook Air hat Apple den Nerv einer Zielgruppe getroffen. Der koreanische Hersteller Samsung versucht nun mit der Serie 9 ein MacBook-Air-Derivat für Windows-Nutzer zu schaffen. Schon vor Verkaufsstart sorgte die flache Flunder für viel Aufsehen. Wir haben uns das nur 1,6 Zentimeter flache 900X3A von Samsung kommen lassen und haben es eine Woche lang getestet.

Früher waren flache, leichte und stylische Notebooks extrem teuer. Da war zum Beispiel das Sony Vaio X505 aus dem Jahre 2004. Die edle Flunder von Sony war damals das dünnste Notebook auf der Welt. An der dicksten Stelle maß es gerade mal 9,7 mm und wog nur 845 Gramm. Das ganze hatte damals aber auch einen stolzen Preis: Sony verlangte für das Vaio X505 damals mindestens 3.000 Euro. Heutzutage bekommt man ähnlich flache, leichte und stylische Notebooks für knapp die Hälfte. Vorreiter ist mal wieder Apple. Mit dem 13 Zoll Macbook Air schuf Apple ein Notebook, das mit einer Bauhöhe zwischen 0,3 bis 1,7 Zentimetern extrem flach ist, aber mit einem Preis von 1.299 Euro noch durchaus erschwinglich.

Viele Nutzer werden aber wegen des Betriebssystems sicher nicht zu Apple greifen wollen, denn schließlich hat man seit Jahrzehnten mit Windows gearbeitet und möchte auch, dass alle vorhandenen Programm auf dem neuen Rechner laufen. Das Samsung 900X3A soll die Lösung für alle Switch-Unwillige sein. Mit maximal 1,6 Zentimeter Bauhöhe ist das in einem dunklen Gehäuse aus gebürstetem Aluminium gehaltene 900X3A sogar dünner als das 13-Zoll-Macbook-Air.

Edle Verpackung mit leichten Schönheitsfehlern

Samsung hat zwar Duraluminium für das Gehäuse verwendet, aber anders als beim MacBook Air ist das Gehäuse nicht aus einem Block gefräst, sondern besteht aus einzelnen Aluminiumteilen. Garniert wird die Komposition noch durch hochglänzendem schwarzen Kunststoff und einen Chromrahmen. Auf den ersten Blick wirkt alles stimmig und edel, aber von der Haptik ist das MacBook Air hochwertiger. Außerdem scheint bei unserem Testprodukt beim Entgraten nicht alles rund gelaufen zu sein, denn es ist eine harte Kante am Rand übrig geblieben, die empfindliche Geister stören könnte. Auch störend ist, dass auf der dunklen Außenhaut Fingerabdrücke immer deutlich sichtbar sind und sich nicht so schnell entfernen lassen.

Wie das MacBook Air verfügt auch das Samsung 900X3A über einen 13,3-Zoll Display, das aber „nur“ 1.366 x 768 Pixel auflösen kann. Das MacBook Air schafft immerhin 1.440 x 900 Pixel. Aber dafür verwendet Samsung ein mattes Display, was wiederum Vorteile bei hellen Räumen oder bei direkter Sonneneinstrahlung bringt, da es hier keine störende Reflexionen gibt. Samsungs Display ist auch noch aus spitzen Blickwinkeln gut nutzbar.

Natürlich kommt es bei einem klassischen portablen Reisebegleiter ohne Touchdisplay auf die Tastatur und das Touchpad an. Hier hat Samsung ganze Arbeit geleistet. Die Tasten haben einen angenehm klaren Druckpunkt und dank der Hintergrund-Beleuchtung lässt es sich auch im Dunkeln sauber und schnell tippen. Beim Touchpad muss man sich erst einmal an die unsichtbare linke und rechte Taste gewöhnen, aber dann ist es eines der besten Touchpads, das mir bis jetzt in der PC-Welt unter die Finger geraten ist.

Damit auch keine Informationen zum Samsung 900X3A unterschlagen werden, sei hier noch erwähnt, dass das kleine Schwarze aus Korea auch noch über Stereolautsprecher und eine im oberen Displayrahmen integrierte 1,3-Megapixel-Webcam verfügt. Die Lautsprecher sind vollkommen ausreichend um eben mal Filme zu untermalen, oder kurz Musik zu genießen. Wunder kann man aber nicht verlangen. Die Webcam habe ich mal ungetestet gelassen, aber mit einer Auflösung von 1280×1024 Pixel sollte diese auch für Videochats ausreichen.

Versteckte Schnittstellen

Nichts soll das klare und edle Design stören. Offene USB- und Kopfhörer-Anschlüsse würden das schicke Äußere nur stören. Wie beim MacBook Air verstecken sich die Anschlüsse hinter Klappen. Rechts findet man einen Kopfhörerausgang, USB 2.0 sowie einen microSD-Slot. Auf der linken Seite war noch Platz für einen USB 3.0-, Mini-HDMI- und einen Samsung-eigenen Anschluss für den mitgelieferten Gigabit-Ethernet-Adapter.

Mit all diesen Anschlüssen ist das Samsung 900X3A ein wahres Anschlussmonster, denn das MacBook Air verfügt nur über zwei USB 2.0-Ports, einen Mini-Displayport und einen Kopfhörerausgang. Eine Netzwerkschnittstelle muss der MacBook-Air-Besitzer erst in Apples Zubehör-Sortiment erwerben und das kostet dann 29,- Euro extra.

Ausreichend Power für denn Alltag

Samsung hat seinem 900X3 eine Ultra-Low-Voltage-CPU aus Intels Sandy-Bridge-Baureihe verpasst. Der Intel Core i5-2537M hat zwei Kerne, 3 MByte L2-Cache und läuft regulär mit 1,4 GHz. Dank Turbo Boost kann zeitweise ein Kern auf bis zu 2,3 GHz übertaktet werden. Natürlich verfügt der Intel-Prozessor auch über Hyperthreading. So gesehen hat man zwei echte CPU-Kerne mit insgesamt vier virtuellen Kernen, die mehr als genug Leistung für die alltäglichen Aufgaben wie Emails schreiben, Internet Recherche, Bildbearbeitung und auch mal das eine oder andere HD-Video mitbringt. Unser Testrechner verfügte auch noch über 4 GByte DDR3-RAM und eine 128-GByte-SSD, die für ein flottes Arbeiten mit der Samsung-Flunder sorgen. Besonders beeindruckend ist immer wieder, wie schnell doch Windows 7 startet oder aus dem Ruhemodus erwacht. Alles Dank der Solid State Disk.

Eine Sache macht aber keinen Spaß: Gaming. Zum Spielen sollte man das Samsung 900X3A nicht verwenden, dafür ist das Notebook aber auch nicht erschaffen worden. Für die kleinen Browsergames auf Facebook oder bei anderen Anbietern reicht Intels HD 3000 Grafikeinheit locker aus, aber ein Crysis 2 wird zu einer Ruckelorgie.

Wer das Samsung 900X3A auf Reisen mitnimmt, der kann sich freuen, denn Samsung verbaut 6 Zellen Lithium-Polymer mit 46 Wh. Laut Hersteller soll der Akku bis zu 7 Stunden unter normalen Bedingungen halten. Eine lange Bahnfahrt oder einen Flug von New York nach London, Reisedauer ca. 7 Stunden, kann man mit dem Samsung 900X3A also überstehen, aber diese Laufzeit erreicht man selten. Wenn man normal am Samsung 900X3A arbeitet, kommt man auf ungefähr fünf Stunden. Dazu muss man aber sagen, dass Faktoren wie Auslastung des Systems, Display-Helligkeit, aktive Tastaturbeleuchtung, WLAN und Bluetooth immer die Laufzeit beeinträchtigen.

Fazit

Samsung hat mit dem ersten Vertreter der Serie 9, dem 900X3A, eine sehr gute Windows-Variante des MacBook Air gebaut. Das matte Display, die gute Akkulaufzeit und die für den Alltag mehr als ausreichende Leistung sorgen dafür, dass man das schicke und sehr leichte Notebook überall hin mitnimmt. Ein ganz feines Haar findet man aber trotzdem in der leckeren Samsung-900X3A-Suppe – und das ist die nicht ganz so perfekte Verarbeitung. Die leicht scharfkantigen Ränder sollten besser entgratet werden, und vielleicht sollte Samsung entweder an einer fettabweisenden Beschichtung arbeiten oder einfach eine helle Farbe wählen. Auf dem Schwarz jedenfalls erkennt man jeden Fingerabdruck.

Falls ihr nun unbedingt das Samsung 900X3A haben wollt, dann könnt ihr es euch u.a. bei

bestellen.

PRO

  • Edle Optik
  • Sehr gute Leistung im kompakten Gehäuse
  • Dank SSD schnelles booten von Windows
  • Sehr gutes Multitouch Touchpad
  • Sehr leiser Lüfter, der kaum zu hören ist

CONTRA

  • Fingerabdruck anfällige Oberflächen
  • Kanten nicht gut entgratet
  • Eigenes Aufrüsten von Arbeitsspeicher nicht möglich


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