Samsung Galaxy S3: Ein Smartphone, sie alle zu knechten

Es ist vollbracht: Samsung feierte in London die aufwändigste Präsentation, die es für ein Android-Smartphone jemals gab. Das Samsung Galaxy S3 wurde nach Wochen der Spekulation und Neugier endlich der Öffentlichkeit vorgestellt. Geht Samsungs Plan auf, wird das Galaxy S3 die neue Referenz am Smartphone-Himmel. Kann Apple jetzt einpacken?

Samsung: Lords of the Hype

Für viele Gadget-Fans und Techblogger war dieses Jahr nicht der 1. Mai ein Tag zum Feiern, sondern erst der Donnerstag zwei Tage später. Der Hype und die Gerüchteküche um Samsungs neues High-End-Smartphone hatten in den letzten Wochen Formen erreicht, dass  man den Eindruck bekommen konnte, Samsung präsentiert hier eine personalisierte Mars-Rakete oder das Heilmittel für Krebs. Dabei ging es nur um ein (etwas schnelleres) Smartphone. Aber der Hersteller schürte den Hype natürlich kräftig, der am gestrigen Abend auf der Präsentation in London den Höhepunkt erreichte.

Höher, schneller, weiter!

Wie sieht denn nun das Gerät aus, um das die Gadget-Szene sich seit Monaten die Hirnzellen wund spekulierte? Die Antwort geht wohl in die Richtung “Wie erwartet toll”. Das Samsung Galaxy S3 ist nach dem ersten Eindruck die neue technische Referenz am Smartphone-Himmel: In einem 133 Gramm-schweren Kunststoffgehäuse hat Samsung ein 4,8 Zoll großes Super-AMOLED Display mit einer Auflösung von 1280×720 Pixel verbaut, welches eine Pixeldichte von über 300 ppi mitbringt. Angetrieben wird das von Samsungs selbstentwickelten Exynos Quadcore-Prozessor, der mit einer 1,4 Ghz-Taktung ordentlich Pferdestärken unter die Haube zaubert. Der RAM-Speicher beträgt 1 GByte, internen Speicher gibt es wahlweise 16-, 32- oder 64 Gbyte. Der Akku umfasst ganze 2.100 mAh, die Kamera knipst wie beim S2 mit 8 Megapixel und nimmt in Full-HD auf.
Auch was die Konnektivität betrifft geht Samsung in die Vollen: Das Galaxy S3 bietet einen MHL-kompatiblen USB-Anschluss, WLAN-n, DLNA, Bluetooth 4.0, NFC, Wi-Fi-Direct, HSPA+ und LTE. Letzteres wird allerdings zumindest in Deutschland nicht unterstützt werden.

Doch Samsung will nicht nur im Hardware-Bereich begeistern: Das S3 ist mit einigen Software-Extras ausgestattet, die vor allem den alltäglichen Umgang mit dem Smartphone intuitiver gestalten sollen: Die “Smart Stay”-Funktion beobachtet zum Beispiel über die Frontkamera des Handys den Nutzer und sorgt dafür, dass der Bildschirm sich nicht automatisch ausschaltet, so lange man auf das Display blickt. Außerdem bietet das Gerät mehrere Foto-Optionen für Serienbilder und Gesichtserkennung und kann gleichzeitig Videos aufnehmen und Bilder machen.
Zusätzlich im Gepäck: Ein Siri-Klon, also ein Sprachsteuerung namens “S-Voice” und eine Partnerschaft mit dem Cloud-Service Dropbox. Der hat eine tolle Kooperation mit Samsung landen können und spendiert jedem Besitzer des Galaxy S3 ein Nutzerkonto mit massiven 50 GByte Online-Festplatte.

Monumentaler Start mit leicht bitterem Beigeschmack

Hat Samsung also beim Launch seines neuen Spitzengerätes alles richtig gemacht? Das könnte man beantworten mit einem selbstsicheren “Ja, aber…”
Denn auch wenn eigentlich alle Stimmen aus der Fachpresse das Gerät sehr positiv bewerten, bleibt die totale Begeisterung aus: Das Galaxy S3 ist in punkto Ausstattung und Leistung die neue Smartphone-Spitze und die logische Weiterentwicklung, eine Revolution, ein Game Changer, ist es nicht. Und eine Überraschung schon gar nicht, so urteilt Spiegel Online: “Eine wirkliche Sensation ist das aber alles nicht. Was Samsung heute in London gezeigt hat, war weitgehend vorhersehbar.”

Der Techblogger Sascha Pallenberg schlägt in einem Kommentar auf seiner Google+-Seite sogar kritischere Töne an, auch wenn er für das Gerät an sich eigentlich nur lobende Worte findet: “Mir ist klar geworden, dass Smartphones sich im selben Konkurrenzkampf befinden, wie der PC-Markt seit 20 Jahren. Mehr Rechenkerne, höhere Taktraten, höhere Auflösungen, längere Akku-Laufzeit..mehr, mehr,mehr….Brauchen wir das wirklich alles? Ich würde gerne mehr Innovation sehen, Leute, und besonders ein sehr einfaches Feature: Einen Akku, der 48 Stunden hält. Mein S2 ist schnell genug, die Kamera ist großartig und auch das Display. Ja, das S3 ist schneller als mein S2, aber das interessiert mich ganz einfach nicht mehr.”

Der technoide Schwanzvergleich, der besonders zwischen den Branchengiganten Samsung und Apple tobt, dürfte zwar noch eine Weile weitergehen, aber auf Dauer wird das ewige Rennen, wer denn nun die besten Benchmark-Ergebnisse erzielt, sich erschöpft haben. Echte Innovation, da hat Pallenberg vollkommen recht, wird demnächst wieder eine größere Rolle spielen, vor allem wenn es darum geht, den Smartphone-Markt auch im High-End-Bereich nicht nur zum Spielplatz performance-süchtiger Geeks zu machen.

Zunächst setzt sich Samsung also mit dem Galaxy S3 an die Spitze des Smartphone-Olymps, aber das Wettrüsten geht schon bald in die nächste Runde: Spätestens im Herbst 2012 wird Apple das iPhone 5 vorstellen. Ob man wenigstens damit dann zum Mars fliegen kann…?

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