Saturn.de: Elektronikkette startet Onlineshop

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Die Website der Elektronikkette Saturn ist nicht länger nur ein überladenes Prospekt, sondern efüllt tatsächlich einen Zweck: Im Onlineshop können Geräte nach Hause bestellt oder zur Abholung in der nächsten Filiale bereitgelegt werden. Auf ein Neues!

Der erste Versuch eines Onlineshops ging für die MediaSaturn-Gruppe gründlich schief: 2007 wurde das Angebot mangels Akzeptanz eingestellt. Ob es am grellend-schreienden Auftritt oder zu hohen Preisen lag, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen – es war ja nie jemand drauf.

Zumindest Saturn.de versucht es ab dem heutigen Tag ein zweites mal. Der Start wurde relativ kurzfristig angekündigt; noch vor ein paar Tagen begründete Media-Saturn-Chef Horst Norberg dies damit, dass das Unternehmen einen zu großen Ansturm auf die Seite, und damit Serverausfälle, fürchte.

Zumindest dies ist nicht eingetreten, der Shop ist wunderbar erreichbar. Die Seite wirkt insgesamt ein wenig seriöser, der alberne Claim “Geil ist geil” lugt nur noch ein wenig verschämt in der Tableiste. Der “Multichannel-Ansatz” (der natürlich, wie alles heute, auch “ganzheitlich” ist), wie es Carsten Strese, Geschäftsführer der Saturn Management GmbH, nennt, soll die Saturn-Marke als ganzes als auch die einzelnen Märkte gleichermaßen stärken. Dies soll durch eine enge Verbindung erreicht werden. Kunden können sich ihre Ware nicht nur nach Hause liefern lassen, sondern die Ware, falls vorhanden, auch gleich in der nächsten Filiale abholen. Dadurch profitiert der (halbautarke) lokale Markt, und der Kunde spart die Versandkosten.

Inwiefern dies mit den Preisen einhergeht, ist nicht ganz klar. Auf meiner Suche nach einer Einsteiger-DSLR-Kamera habe ich neulich im Saturn gestöbert und stieß auf die Canon EOS 1100d. Diese kostete vor Ort mit einem EF-S 18-55mm 1:3,5-5,6 IS II-Objektiv noch rund 480 Euro. Online gibt es die gleiche Kamera, mit einem 18-55DCIII-Objektiv, für 399 Euro – ist aber zu diesem Preis auch vor Ort abholbar. (Randbemerkung: Auf amazon.de war eben jene Kamera schon zuvor für etwa 410 Euro zu haben, hat aber pünktlich zum saturn.de-Start nochmals den Preis gesenkt – eine Reaktion?)

Der Media Markt soll Anfang des kommenden Jahres mit einem eigenen Onlineshop nachziehen. Bis dahin bleibt der Webauftritt wohl ein Augenkrämpfe verursachendes Flashmonster, das keiner versteht. Statt auf Promis setzt Media Markt dabei nun auf “den neuen Media Markt Preis”, bei dem auch keiner weiss, was eigentlich gemeint ist. Unter dem Motto “Alles ist besser als Mario Barth” kann man die Kampagne sicher wohlwollend betrachten, wirklich transparent sind die Preise aber nach wie vor nicht zwingend.

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