Scrible: Notizzettel für Onlinetexte

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Mit Scrible könnte sich Recherchieren in Onlinetexten künftig deutlich einfacher gestalten. Wichtige Stellen lassen sich damit individuell markieren und bewerten. Nun ging das browserunabhängige Tool in die offene Beta.

Manchmal sind englischsprachige Blogs einfach nur zu beneiden. Es ist in der englischen Sprache viel leichter, einen Sachverhalt knapp auf den Punkt zu bringen, was sich regelmäßig in knackigen Überschriften niederschlägt. So betitelt der Business Insider eine Story über den Dienst Scrible ganz schlicht: Scrible lets you mark up the web. Viel einfach lässt es sich kaum ausdrücken. Das Deutsche “Mit Scrible kann man Texte im Netz markieren” mag technisch richtig sein, klingt aber eher unspektakulär.

Dabei handelt es sich bei Scrible um ein wirklich formidables neues Tool zur Recherche im Internet. Das nun von der US-Forschergemeinde National Science Foundation (NSF) mit 500.000 Dollar gepushte Start-up ermöglicht es Nutzern, über Onlinetexte Folien zu legen, mit denen die Texte nach Lust und Laune (und mit diversen Farben) markiert werden können. Darüber hinaus lassen sich auch Notizen zu bestimmten Abschnitten anlegen. So kann man zum Beispiel zu einer im Text vermerkten, aber nicht verlinkten Quelle anmerken, hier später noch einmal nachrecherchieren zu müssen. Die einzelnen markierten Abschnitte lassen sich außerdem kategorisieren und einzeln ein- und ausblenden.

Im Gegensatz zu anderen Lösungen, die zum Beispiel mit dem Firefox-Addon Greasemonkey realisiert werden, funktioniert Scrible auf jedem Browser. Scrible nutzt dabei schlicht ein Bookmarklet, das man bequem in seine Lesezeichenleiste zieht. Aktiviert man es, öffnet sich über der besuchten Seite eine Toolbar mit allen benötigten Funktionen. Dadurch bleibt der Browser als solcher praktisch außen vor und somit schlank.

Wie nicht anders zu erwaten von einem Internet-Start-up, und als eigentlicher Clou des ganzen, bietet natürlich auch Scrible eine Cloud-Funktion: Angemeldete Nutzer können ihre Folien an ein eigenes Konto beim Dienst schicken, wo diese gespeichert werden. Die Datei lagert dort als Direktlink auf die bearbeitete Seite inklusive aller Markierungen und Notizen. Beim Speichern können die Folien außerdem verschlagwortet werden. Der Onlinespeicher ist in der kostenlosen Basisversion 125 MB groß. Dies sollte vorläufig ausreichend sein, mit der von mir erstellten Testdatei kratze ich noch nicht einmal an der 1 %-Marke. Spätere, noch nicht erhältliche Premiumversionen vergrößern den Speicher entsprechend. Jedoch werden noch Vorschläge angenommen, wie sich die Bezahlversionen ansonsten abheben können. Vom eigenen Konto aus, aber auch von der Tool-Leiste, kann die Folie auch direkt und mit einem Kommentar versehen an Freunde, Kommilitonen oder Mitarbeiter verschickt werden.

Nützlich dürfte die Cloud-Funktion wohl vor allem für das kollaborative Arbeiten sein. Wer den Onlinespeichern jedoch nicht traut oder generell lieber Backups seiner Texte auf eigenem Speicher hat, kann die Folien auch in ein Dokument-Datei exportieren. Dies funktioniert in der Beta jedoch leider nur mit dem Internet Explorer. Jedoch dürfte gerade die Cloud-Funktion Scribles Alleinstellungsmerkmal darstellen. Hier hat man dann zentral seine zusammenrecherchierte Dokumentenbibliothek aufgebaut, in der sich dank Tags hinterlegte Texte schnell sortieren lassen.

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Scrible
Texte markieren und Notizen anfügen für alle Browser

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