Spotify - Endlich auch in Deutschland gestartet!

Philipp Süßmann

Bei uns hat’s mal wieder länger gedauert, aber das sind die Deutschen in Bereich Netzinnovationen ja gewöhnt. Doch jetzt ist auch in unseren Breitengraden endlich offiziell verfügbar, was schon viele Länder seit Monaten mit konstantem Musiknachschub versorgt: Der Musikstreaming-Dienst Spotify erlaubt seit heute auch die Anmeldung von Nutzern aus Deutschland – mit einem kleinen Haken.

Download ist tot, es lebe der Stream!

Spotify ist ein Onlinedienst, der seinen Nutzern momentan ermöglicht a die 16 Millionen Songs legal zu hören. Songs lassen sich unbegrenzt oft abspielen, allerdings besitzt man als User die Lieder nicht oder lädt sie herunter, konsumiert wird die Musik auschließlich per Stream. So unterscheidet sich Spotify gravierend von bisherigen Netzmusikläden wie iTunes oder Amazon. Spotify ist grundsätzlich konstenlos, es lassen sich aber auch verschiedene Monatsabos abschließen. Dann zahlt man allerdings auch nicht für einzelne Lieder sondern einen bestimmten Festpreis im Monat (Fünf, bzw. zehn Euro). Dafür erhält man Werbefreiheit, bessere Musikqualität und eine Möglichkeit, Songs offline und mobil zu verwenden.

Ohne Facebook geht nix.

Was manche SocialMedia-Skeptiker ärgern wird: Spotify lässt sich in Deutschland nur nutzen, wenn man über ein Facebook-Konto verfügt. Im Herbst 2011 haben die beiden Dienste eine weitreichende Partnerschaft vereinbart und dieser Zwang ist das Ergebnis. In Ländern, in denen Spotify bereits vor dieser Vereinbarung verfügbar war, ist es nicht zwinged, Facebook-Mitglied zu sein, um Spotify nutzen zu können.
Vorteile hat das natürlich auch: Die Spotify-Installation erledigt sich so in Sekundenschnelle, nach der Anmeldung mit seinen Facebook-LogIn-Daten kann man sofort sehen, welche Facebook-Bekanntschaften auch schon bei Spotify sind und mit was sie in letzter Zeit ihre Gehörgänge versorgt haben.
Vorsicht ist da allerdings geboten: Wer nicht möchte, dass seine Facebook-Freunde alles nachverfolgen können, was man sich über Spotify an musikalischer Kost zu Gemüte führt, sollte nach der Anmeldung das entsprechende Häkchen entfernen. Abstufungen gibt es keine, entweder es wird alles angezeigt, was man abspielt, oder gar nichts. Wer also im stillen Kämmerlein gerne Andrea Berg hört und das nicht seinem Freundeskreis mitteilen möchte, ist hiermit gewarnt.

Ob Spotify wirklich den Konsum von Musik im Netz, oder den Konsum von Musik an sich, revolutioniert muss erst die Zeit beweisen. Aber die Zeichen stehen gut, dass Spotify tatsächlich für viele Internet-Nutzer die erste Adresse werden wird, wenn sie ungezwungen Musik hören wollen. Die Bedienung ist kinderleicht und die verfügbare Musikauswahl wird die meisten Musikkonsumenten auch nicht enttäuschen, es sei denn man ist wirklich nur an sehr speziellen Genrerichtungen interessiert.
Sicher wird Spotify auch einen großen Einfluss auf das Geschäftsmodell haben, unter dem in Zukunft Musik kommerziell vertrieben wird. Die Finanzierung über Werbeeinnahmen, bzw. Abo-Gebührenmodelle ist auf alle Fälle ein Schritt in die richtige Richtung, weg von der kleinlichen “Pro Song wird abgerechnet”-Haltung, die die Musikindustrie in den letzten Jahren vertreten hat. Wenn die Rahmenbedingungen richtig gesetzt werden und die Nutzerzahlen stimmen, dürfte der Musikkonsum für alle Musikliebhaber deutlich einfacher werden.

Spotify steht jetzt auch in Deutschland frei zum Download und zur Nutzung. Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern und Mitsingen!

 

 

 

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