Steve Jobs – zum Tod des Apple-Gottes

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Ein Computer-Revolutionär tritt von der Bühne: Steve Jobs. Kaum ein Geschäftsmann hat erfolgreicher und kompromissloser an der Verwirklichung seiner Ziele gearbeitet wie der frühere Apple-Chef. Die heutige “i-Generation” ist allein sein Werk.

Genie, Koryphäe oder einfach „iGott“: Den bis zur Apotheose reichenden Huldigungen jenes Mannes, der vor 35 Jahren eines der einflussreichsten Unternehmen unserer Zeit gründete und letzte Nacht im Alter von 56 Jahren verstarb, sind auch nach seinem Ableben keinerlei Grenzen gesetzt: „Die Welt ist unermesslich besser durch Steve“, heißt es in einer Mitteilung vom Apple-Vorstand, der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg spricht von einem Genie „vergleichbar mit Edison und Einstein“, und selbst Google-Chef Eric Schmidt sieht in ihm den “größten Computererfinder in der Geschichte”. Superlative reichen nicht aus, um das Phänomen Steve Jobs zu erklären.

Eben jener „Visionär“ (US-Präsident Barack Obama) gründete mit Apple ein Imperium, welches nicht weniger als ein neues Technikzeitalter in die Wege zu leiten schien. Obwohl Tabletcomputer, Smartphones sowie mp3-Player wahrlich keine Apple-Erfindungen waren, wurden diese unter der Führung Jobs´ erst zu wirklich massentauglichen Produkten einer Konsumgesellschaft, die sich zunehmend über Mobilität, Vernetzung und Multimedialität definierte.

Apple-Website zum Tod von Steve Jobs

Die Wege, die Jobs für seine unsagbaren Erfolge beschritt, waren geprägt von rücksichtslosem Unternehmergeist sowie einem charismatischen Auftreten, das Mitarbeiter und Konkurrenten gleichermaßen einschüchterte wie faszinierte. Sein Leben war komplett Apple gewidmet, mit 25 Jahren gelang ihm konsequenterweise der Eintrag in die Forbes-Liste der reichsten Amerikaner – als jüngster Millionär.

Was Jobs wollte, gelang ihm auch: Der Mac-Computer wurde zum benutzerfreundlicheren Gegenentwurf des bis dato populären PC, der iPod zum weltweit meistverkauften Mediaplayer, der iTunes-Music Store zum Marktführer beim Online-Musikvertrieb; das iPhone sowie der Tablet-Computer iPad führten den kalifornischen Konzern endgültig in völlig neue Umsatzsphären.

Im Jahr der Unternehmensgründung, 1976, baute Jobs mit seinem Schulfreund Steve Wozniak noch in der heimischen Garage mit Hilfe seiner Schwester am Prototyp für den Apple I, bereits ein Jahr später gelang mit Apple II der Durchbruch auf dem Heimcomputermarkt. Nach seinem zwischenzeitlichen Ausscheiden und der späteren Rückkehr zu Apple im Jahr 1996 begann unter Jobs der wirtschaftliche Höhenflug, nicht zuletzt mit der Begründung der ersten iMac-Generation wenige Jahre später. Das letzte aufsehenerregende Apple-Event war die Präsentation des iPhone 4S am vergangenen Dienstag, unter der Führung des neuen Firmenchefs Tim Cook, welcher Jobs bereits im August ersetzte. Ob es Zufall sein mag oder irgendwie auch nicht: Nur ein Tag nach der Bekanntgabe des neuen iPhones verstarb der Gründervater der vielen technischen Innovationen an den Folgen einer Tumorerkrankung.

„Er wird sich nun ans iParadise heranmachen“, kommentierte jüngst ein Zeitungsleser den Tod von Steve Jobs. Wer würde ihm das nicht zutrauen...

 

Bilder: acaben, Apple


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