Studie: US-Studenten vertrauen Google-Suchergebnissen zu sehr

Frank Ritter
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So achteten die Studenten in der Studie, deren Papier im Journal of Communication veröffentlicht wurde, kaum darauf, wie kredibel oder ideologisch eingefärbt eine Quelle möglicherweise ist. Dies habe enormen negativen Einfluss auf die Qualität der Recherche, so die Studie. In der Untersuchung wurden 102 Studenten des ersten Semesters dazu angehalten, eine technikspezifische Information mithilfe des Internets zu recherchieren. Die Studenten benutzten in den meisten Fällen Google, aber auch Yahoo!, MapQuest, SparkNotes, Microsoft (wohl in Form der Suchmaschine Bing), Wikipedia, AOL und Facebook. Die meisten Studenten klickten ausschließlich auf das jeweils erste Suchergebnis, egal was dieses war. In einer anschließenden Befragung gaben mehr als ein Viertel der Studenten an, dass sie auf ausschließlich dieses Ergebnis geklickt hatten, weil es das erste Suchergebnis war. Die Positionierung in der Suchmaschine bestimmte also die Vertrauenswürdigkeit einer Seite stärker als die Evaluation der Website nach eigenen Kriterien, auf die die Suchmaschine verwies. Ein Faktor für diese Wertzuweisung war das hohe Vertrauen der Studenten in die Marken Google und Microsoft, die den Fakt stellenweise überdecken, dass deren Ergebnisse dennoch automatisch generiert werden.

Weiterhin gaben nur 10 Prozent der Studenten nach der Recherche den Autoren der entsprechenden Seite an, niemand machte sich die Mühe, Nachforschungen zu Identität und Qualifikation des Autors zu machen. Ferner gaben die Studenten an, bestimmten Top Level-Domains stärker zu trauen. Neben .edu- und .gov-Webseiten beträfe diese höhere Werteinschätzung auch .org-Domains – fatal in Anbetracht der Tatsache, dass .org-Domains im Gegensatz zu .edu und .gov von jedermann registriert werden können.

Die Forscherin Eszter Hargittai kommt zu dem Schluss, dass – obwohl Heranwachsende heute wie selbstverständlich mit dem Internet aufwüchsen, dies nicht notwendig bedeute, dass diese routinierter mit dem Medium umgängen. In der Lehre müsse darauf eingegangen, Schülern und Studenten die kritische Rezeption von Informationen aus dem Netz beigebracht werden.

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