Stuxnet: Wurm wurde in Israel getestet

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Es war ein offenes Geheimnis, dass sich der auf Industriesoftware optimierte Stuxnet-Wurm gegen iranische Uran-Anreicherungsanlagen richtete. Die New York Times hat Informationen zusammengetragen, die zeigen, dass Stuxnet gemeinschaftlich von den USA und Israel entwickelt wurde.

Bei der Entwicklung von Stuxnet haben sich die USA und Israel einem Report der New York Times nach nicht lumpen lassen. Demzufolge wurde die Schadsoftware ausgiebig an vorhandener Hardware getestet. In der Negev-Wüste unterhält Israel selbst eine Uran-Anreicherungsanlage mit dem Projektnamen Dimona. In dieser soll die iranische Zentrifugenkonstellation nachgebaut worden sein, um den Wurm auf diese zu optimieren.

Ziel des Wurms war es, die Zentrifugen auszuschalten. Zu diesem Zweck wurden die von Siemens entwickelten Steuerungseinheiten derart manipuliert, dass sie die Zentrifugen abwechselnd extrem hoch- und niedrigtourig fuhren. Gleichzeitig wurden jedoch falsche Sensordaten an die Leitstände übermittelt, so dass dies nicht auffiel. Die Aktion war offenbar ein Erfolg. Während USA und Israel offiziell jede Beteiligung dementieren, gibt man bekannt, dass das iranische Atomprogramm um mindestens 5 Jahre zurückgeworfen wurde.

Dem New York Times-Bericht zufolge wurde die Entwicklung von Stuxnet bereits unter Ex-Präsident Bush in Auftrag gegeben, jedoch von Obama fortgeführt. Auch Siemens soll daran beteiligt gewesen sein, jedoch unfreiweillig: Zusammen mit einer Forschungseinrichtung, die dem US-Energieministerium unterstellt ist, wurden Maßnahmen zum Schutz von Cyberattacken gegen Atomanlagen ausgearbeitet. Die Ergebnisse flossen dann in die Entwicklung von Stuxnet ein.


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